Asche ein Symbol für das Leben

Was verbindet man mit diesem alten christlichen Brauch?

Rom, (ZENIT.org) Ulrich Nersinger | 1108 klicks

Am Aschermittwoch wird in den Kirchen das Aschenkreuz ausgeteilt. Was verbindet sich alles mit diesen alten christlichen Brauch?

Mit Asche kommen die Menschen unserer Tage nicht mehr oft in Berührung. Früher konnte man bei einem offenen Feuer beobachten, wie sich mächtige Holzscheite in den Flammen zu Asche verwandelten. Dabei wurde jedermann bewusst, welche Kraft ein Feuer besaß. In allen Kulturen galt die Asche als Symbol der Vergänglichkeit, aber auch der Reinigung und Läuterung.

Im Judentum kam der Asche verbrannter Opfertiere reinigende Wirkung zu. Das wird uns in einem der fünf Bücher Mose, im Buch Numeri (19, 9.17) überliefert. Mit Blick auf den Opfertod Christi erinnert der Apostel Paulus in seinem Brief an die Hebräer (9,13) an diesen alttestamentarischen Brauch: „Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer Kuh die Unreinen, die damit besprengt werden, so heiligt, dass sie leiblich rein werden, wie viel mehr wird das Blut Christi unser Gewissen von toten Werken reinigen.“

„In Sack und Asche zu gehen“ war im Judentum ein Bekenntnis zur Buße. Es galt als Bereitschaft, sich von Schuld zu reinigen. Als der Prophet Jona der Stadt Ninive ein Strafgericht ankündigte, sah deren Bevölkerung ihre Rettung in der Bußfertigkeit. Der König selber legte seinen Prunkmantel ab, hüllte sich in ein sackähnliches Gewand und setzte sich die Asche hinein. Die Bewohner Ninives taten dann des Gleichen. Man bekannte so, sich in der Sünde von Gott abgewandt zu haben und zu ihm zurückkehren zu wollen.

Auch die junge christliche Kirche übernahm schon früh die Asche als ein Symbol der Buße. Am Beginn der Fastenzeit legten die öffentlich bekannten Sünder schlichte, grob gewebte Gewänder an, und ihr Haupt wurde mit Asche bestreut. Seit dem 10. Jahrhundert begannen auch die übrigen Gläubigen, sich aus Verbundenheit mit den Sündern, sich die Asche als ein Zeichen der Bußbereitschaft auflegen zu lassen. Im Jahre 1091 schrieb eine Kirchenversammlung diesen Brauch sogar allgemein vor.

Heute werden am Aschermittwoch die Palmzweige des vergangenen Jahres verbrannt und die daraus übriggebliebene Asche feierlich gesegnet. Der Priester nimmt dann die Asche und zeichnet mit ihr dem Gläubigen ein kleines Kreuz auf die Stirn.

Nach der turbulenten Zeit des Narrentreibens setzt der Aschermittwoch einen Wendepunkt. Er lädt ein zu einer Gewissenserforschung, zu einer Ziel- und Lebensorientierung. Er führt in die Fastenzeit als eine Zeit der Besinnung,  Umkehr und Buße – in eine Zeit, die in das Osterfest mündet, in ein neues Leben.