Athen und Jerusalem: Bemerkungen von Kardinal-Staatsekretär Tarcisio Bertone

Das Lehramt des Papstes spricht das konkrete Leben an

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ROM, 15. Februar 2008 (ZENIT.org).- „Atene e Gerusalemme di nuovo insieme“ („Athen und Jerusalem erneut vereint“) ist der Titel des neuen, auf Italienisch erschienenen Buches von Prälat Lorenzo Leuzzi. Leuzzi ist Verantwortlicher der Studentenseelsorge der Diözese Rom und Sekretär der für die Universitäten zuständigen Kommission des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen.



Im Vorwort zu diesem Werk, das auf die Erneuerung des Christentums abzielt, erläutert Kardinal-Staatsekretär Tarcisio Bertone, dass der Autor den Leser mitten in die aktuelle kulturelle und pastorale Debatte einführe, die von Papst Benedikt XVI. angestoßen worden sei.

Die Lehre des Heiligen Vaters dürfe nicht einer bestimmten theologischen Richtung unserer Zeit zugeschrieben werden; das Lehramt Benedikts XVI. spreche nämlich das konkrete Leben der Kirche und die konkreten Fragen der modernen Kultur an.

Kardinal Bertone erklärt, dass sich Kirche und Welt in der Lehre des Papstes als Gesprächpartner begegneten, einander suchten und sich miteinander auseinandersetzten, denn: „Die Wahrheit über den Menschen ist die erste Sorge der Kirche, und die Botschaft, dass Gott Liebe ist, ist das, was sich die Menschheit von der Ewigkeit erwartet.“

„Athen“ und „Jerusalem“, die im Buchtitel angeführt werden, seien kein Ausdruck für eine nostalgische Perspektive, sondern sie bildeten vielmehr die Grundlage eines ehrgeizigen Vorhabens, das die Menschheit anzugehen habe und von dem zugleich ihr Schicksal abhänge.

Das Lehramt Benedikts XVI. eröffnet für Bertone den Weg zu einer tiefen Erneuerung des Lebens der Kirche, die dazu berufen sei, in sich selbst und nicht außerhalb ihrer selbst den Einklang mit dem Weg der Geschichte zu finden.

Das Christentum gehöre, so Bertone, nicht zur mythisch-symbolistischen Religiosität, sondern wahre Eingliederung in Christus-Wort-Logos.

Athen und Jerusalem könnten einander neu begegnen, da im Herzen der Kirche Glaube und Vernunft in der Lage seien, die neu einzuschlagenden Wege zu erhellen. Wenn in allen das Bewusstsein wachse, dass Athen und Jerusalem einander neu begegnen können, so Kardinal Bertone zum Schluss seines Vorwortes, werde sich der Weg der Geschichte in einer Weise so verwirklichen, dass ihn alle Menschen freudig und ausgeglichen beschreiten könnten.