Athen und Jerusalem, die beiden Pilaster einer friedlichen Zukunft

Neue Veröffentlichung der „Libereria Editrice Vaticana“ will zur Erneuerung des Christentums beitragen

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ROM, 15. Februar 2008 (ZENIT.org).- „Atene e Gerusalemme di nuovo insieme“ („Athen und Jerusalem erneut vereint“): Dies ist der Titel eines neu erschienenen Buches, das vom Vatikanischen Verlagshaus, der „Libereria Editrice Vaticana“ (LEV), herausgegeben wird. Autor Prälat Lorenzo Leuzzi, Verantwortlicher der Studentenseelsorge der Diözese Rom und Sekretär der für die Universitäten zuständigen Kommission des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen, setzt es sich mit seiner (bisher nur auf Italienisch vorliegenden) Veröffentlichung zum Ziel, das Verhältnis zwischen Moderne und Christentum zu erneuern. Das einleitende Vorwort ist von Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone verfasst.



In einem Gespräch mit ZENIT zeigte sich Leuzzi davon überzeugt, dass sich das Christentum in diesem historischen Moment gegenüber den anderen religiösen Kulturen in einer günstigen Situation befinde. Das Christentum sei imstande, in der zeitgenössischen Kultur neue Horizonte zu eröffnen.

Für Leuzzi ist es unmöglich, die Moderne ohne Einsicht in die wahre Natur der Religion zu verstehen. Es gehe nicht um eine einfache intellektuelle Rekonstruktion, sondern um eine theologische Wende, die das konkrete Leben der christlichen Gemeinschaften mit einschließen müsse.

Die Förderung des Aufeinandertreffens von „Athen“ und „Jerusalem“ sei nicht in einer instrumentalen Funktion hinsichtlich der Evangelisierung zu sehen. Vielmehr sei diese Begegnung, zu der die christliche „Diakonia“ tendiere, ein Erfordernis der Geschichte. Je mehr das Christentum davon Zeugnis ablege, dass das Wort der Logos ist, desto mehr werde es den anderen Religionen und sich selbst helfen, sich nicht einem vagen Polytheismus anzugleichen und nicht in der Welt des Irrationalen verfangen zu bleiben.

„Christus ist der Mittelpunkt des Kosmos und der Geschichte“, so Leuzzi. Deshalb müsse eine neue Begegnung zwischen „Athen“ und „Jerusalem“ das gesamte kirchliche Wirken beseelen.

Leuzzi erinnerte daran, dass es Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache in der Wiener Hofburg im September 2007 gewesen sei, der mit einem Zitat der Philosophen Jürgen Habermas darauf hingewiesen habe, dass „der egalitäre Universalismus egalitäre Universalismus, aus dem die Ideen von Freiheit und solidarischem Zusammenleben entsprungen sind, unmittelbar ein Erbe der jüdischen Gerechtigkeit und der christlichen Liebesethik (ist). In der Substanz unverändert, ist dieses Erbe immer wieder kritisch angeeignet und neu interpretiert worden. Dazu gibt es bis heute keine Alternative.“

Von Antonio Gaspari