Äthiopien: Priester warnt vor militantem Islamismus

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KÖNIGSTEIN, 7. Dezember 2005 (ZENIT.org).- In einem Brief an das internationale katholische Hilfswerk \"Kirche in Not/Ostpriesterhilfe\" warnt P. Melaku Tafesse Amente vor der raschen Ausbreitung einer fundamentalistischen und gewalttätigen Form des Islam in Äthiopien.



Noch stellten die Christen zwar die Bevölkerungsmehrheit, \"die Muslime werden aber bald überlegen sein\", heißt es in dem Schreiben des Comboni-Missionars.

\"Die Muslime sind heute eine gewaltige Wirtschaftsmacht. Sie sagen, dass man Muslim werden muss, um ein Geschäft aufzumachen. Und dann wird auch klar, dass das Hauptziel nicht darin besteht, Geschäfte zu machen, sondern Menschen für den Islam zu rekrutieren. Bis jetzt haben die Muslime die Christen immer mit großer Toleranz behandelt. Das könnte sich allerdings schon in wenigen Jahren ändern. Dann könnte es sehr gewalttätig werden.\"

Islamistische Gruppierungen aus dem Mittleren Osten finanzierten die Ausbreitung des Islam in Äthiopien, um die Schlüsselstellen des öffentlichen Lebens – Krankenhäuser, Schulen und Supermärkte – zu kontrollieren und den bereits großen Einfluss im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich weiter auszubauen.

Weil Muslime viele Kinder bekämen, verschlimmere sich die Armutssituation im ostafrikanischen Land, was wiederum den Boden für militante Formen des Islam bereite, gibt P. Melaku zu Bedenken. Der Priester, der verschiedenste missionarische Aktivitäten in ganz Äthiopien geleitet hat, ruft in seinem Schreiben die Christen dazu auf, der Kirche in Äthiopien zu helfen, auf die große Gefahr zu reagieren. Vor allen Dingen müssten neue Anstrengungen unternommen werden, um die Botschaft des Evangeliums unter der Bevölkerung zu verbreiten. Und aufgrund des in Äthiopien herrschenden Priestermangels spielten die Laien in dieser Hinsicht eine entscheidende Rolle. Sie müssten in die entlegenen Gemeinden gehen und die Schönheit des Glaubens neu aufzeigen.