Auch im Gefängnis geht die Menschenwürde nicht verloren

Botschaft von Erzbischof Renato Martino auf einem Seelsorgekongress

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VATIKAN, 9. September 2003 (ZENIT.org).- Die Aufgabe der Gefängnisse ist die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, so heißt es in der am Montag veröffentlichten Botschaft von Erzbischof Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates "Iustitia et Pax", anlässlich des Kongresses der Internationalen Kommission Katholischer Seelsorge in Dublin.



Der Erzbischof hebt in seiner Botschaft vor allem die kirchliche Lehre hervor, die besagt, dass die Menschenwürde auch im Gefängnis unantastbar bleibt, selbst dann, wenn sie durch ein schwerwiegendes Delikt besudelt worden ist.

Auch der Staat müsse das Recht achten, was für Menschen, die sich in Haft befinden, eine Art Garantie sei und auch für Ordnung bei den polizeilichen Ermittlungen sowie im gerichtlichen Prozedere sorge.

Die Botschaft ist an die katholischen Gefängnisseelsorger gerichtet und wurde vor den über 200 Kongressteilnehmern aus 140 Ländern vom Sekretär des Päpstlichen Rates "Iustitia et Pax", Bischof Gian Paolo Crepaldi, verlesen, wie Radio Vatikan berichtete.

Erzbischof Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates "Iustitia et Pax", zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Aufruf des Heiligen Vaters anlässlich des Großen Jubiläums 2000 im Grunde genommen völlig untergegangen ist, "zum Wohle aller Gefangenen Milde walten zu lassen".

Schließlich spricht der Erzbischof sich entschieden gegen die Privatisierung der Gefängnisse aus, die einzelne Staaten in Erwägung ziehen.

"Man muss unbedingt vermeiden, dass die Haftstrafe auf eine von der Profitlogik beherrschte Dienstleistung reduziert wird. Keine Reform darf aus den Augen verlieren, dass die Priorität in diesem Bereich weiterhin die absolute Achtung der Würde verurteilter Menschen und deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft ist".