Auf Christus warten und ihn aufnehmen: Benedikt XVI. über den Advent

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ROM, 1. Dezember 2008 (ZENIT.org).- „Gott schenkt uns seine Zeit!“ Zum Angelusgebet des ersten Adventssonntages, dem ersten Tag des neuen Kirchenjahrs, dachte Papst Benedikt XVI. laut über die Dimension der Zeit nach, die auf die Menschen immer eine große Faszination ausgeübt habe.



Angesichts der Hektik des Alltags verkünde die Kirche allen die „gute Nachricht“ der Zeit, die Gott den Menschen schenke. Diese Tatsache eines Gottes, der sich für den Menschen Zeit nehme, versetze am Beginn eines neuen Kirchenjahres immer wieder neu in Erstaunen. Gott habe mit seinem Wort und mit seinem Werk des Heils in die Menschheitsgeschichte eintreten wollen, so dass sie nun „Geschichte des Bundes“ sei.

Benedikt XVI. verwies auf die „drei großen Angelpunkte“ der Zeit – Schöpfung, Menschwerdung/Erlösung und Weltgericht – und betonte, dass es sich hierbei nicht um Ereignisse handle, die einfach einer chronologischen Abfolge unterlägen. Die Schöpfung dauere auch heute noch an, und die Menschwerdung bzw. die Erlösung wirke ja auch auf die vorhergehende und die nachfolgende Zeit. Das Weltgericht schließlich sei im Kreuz Christi vorweggenommen worden, so dass es das menschliche Verhalten zu allen Zeiten beeinflusse.

Der Advent lade die Menschheit einerseits dazu ein, Christus zu erwarten, und auf der anderen Seite rufe diese Zeit alle dazu auf, das Wort aufzunehmen, das zum Heil aller Mensch geworden sei.

„Seid wachsam“, bekräftigte Papst Benedikt XVI. mit Worten Jesu. Jeder Mensch werde einst dazu aufgerufen werden, über sein Dasein Rechenschaft abzulegen. Diese Tatsache helfe, die irdischen Güter nicht zu wichtig zu nehmen, und sie könne zu einer aufrichtigen Reue über die eigenen Sünden veranlassen, zu tatkräftiger Nächstenliebe sowie vor allem dazu, sich demütig und vertrauensvoll der Hand Gottes anzuvertrauen