Auf das Wort Gottes hören

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 340 klicks

In der Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta führte Papst Franziskus aus, wer christliche Worte ausspreche, ohne sie umzusetzen, schade sich und den anderen, denn er sei von Stolz besessen und sorge für Trennung, auch in der Kirche. Er sagte, in Bezug auf das heutige Evangelium (Mt 7,21.24-27), die Worte des Herrn umzusetzen sei gleichbedeutend mit dem Bau eines Hauses auf einem Felsen.

„Das Symbol des Felsens bezieht sich auf den Herrn. Jesaia sagt es in der ersten Lesung: ‚Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.‘ Der Fels ist Jesus Christus! Der Fels ist der Herr! Ein starkes Wort, es schenkt Leben, es kann weitergehen, es kann allen Angriffen entgegentreten, wenn dieses Wort seine Wurzeln in Jesus Christus hat. Ein christliches Wort, das im Leben eines Menschen keine lebenden Wurzeln hat, in Jesus Christus, ist ein christliches Wort ohne Christus! Und die christlichen Worte ohne Christus trügen, sie tun weh! Ein englischer Schriftsteller hat einmal über die Häresie gesagt, die Häresie sei eine Wahrheit, ein Wort, eine Wahrheit, die verrückt geworden sei. Wenn christliche Worte ohne Christus sind, bewegen sie sich auf dem Weg des Irrsinns.“

Dieser Irrsinn sei hochmütig.

„Ein christliches Wort ohne Christus führt zur Eitelkeit, zur Selbstsicherheit, zum Stolz, zur Macht, um Macht zu haben. Und der Herr bekämpft diese Menschen. Das ist eine Konstante in der Heilsgeschichte. Dies sagt auch Anna, die Mutter Samuels; Maria sagt es im Magnifikat: Der Herr bekämpft die Eitelkeit, den Stolz dieser Menschen, die von sich denken, sie seien ein Fels. Diese Menschen, die nur hinter einem Wort herlaufen, aber ohne Jesus Christus: zwar ein christliches Wort, aber ohne Jesus Christus, ohne Beziehung zu Jesus Christus, ohne das Gebet mit Jesus Christus, ohne den Dienst an Jesus Christus, ohne die Liebe Jesu Christi. Das ist es, was der Herr uns heute sagt: Wir sollen unser Leben auf diesen Felsen bauen, und dieser Felsen ist er selbst.“

Papst Franziskus forderte die Zuhörer auf, jeder solle sich fragen, wie seine Worte seien, ob es Worte seien, die glauben, sie seien mächtig, die Rettung geben können, oder ob es Worte mit Jesus Christus seien.

„Ich beziehe mich auf christliche Worte, denn wenn Jesus Christus nicht da ist, trennt uns das untereinander, es führt zur Trennung in der Kirche. Den Herrn um die Gnade bitten, uns mit dieser Demut zu helfen, die wir immer haben müssen, die christlichen Worte immer mit Jesus Christus auszusprechen, nicht ohne Jesus Christus. Mit dieser Demut, die uns zu geretteten Jüngern werden lässt und nicht mit Worten weiterzugehen, die in dem Irrsinn der Eitelkeit und dem Irrsinn des Stolzes enden. Möge uns der Herr diese Gnade der Demut geben, unsere Worte mir Jesus Christus auszusprechen, mit Jesus Christus als Fundament!“