Auf dem Weg zur Einheit: Benedikt beglückwünscht Bartholomaios I. zum Fest des heiligen Andreas

Kurienakardinal Walter Kasper überbringt Grußbotschaft

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ROM, 30. November 2007 (ZENIT.org).- Ein Jahr nach dem historischen Besuch Papst Benedikts XVI. im Fanar, dem Sitz des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, nahm der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kaspar, an der Göttliche Liturgie anlässlich des Festes des heiligen Apostels Andreas teil.



Der Kurienkardinal überbrachte dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. eine Botschaft des Heiligen Vaters. Als Geschenk überreichte er ihm eine wertvolle, große Reproduktion des „Mystischen Lammes“, das sich in der Basilika San Vitale in Ravenna befindet und aus dem 6. Jahrhundert stammt. Eine Inschrift auf dem Mosaik gedenkt der Begegnung Benedikts XVI. und Bartholomaios I. Zudem erinnert das päpstliche Geschenk an die jüngste Begegnung in Ravenna. Dem Patriarchen wurde auch eine Ausgabe von „Spe salvi“ unterzeichnet, der zweiten Enzyklika Benedikts XVI., die heute unterzeichnet und veröffentlicht wurde.

In einem Interview für den „Osservatore Romano“ (30.11.2007) zum Andreasfestes stellt der Patriarch die „Methode“ des ökumenischen Dialogs in den Mittelpunkt: „Den Blick fest auf Christus geheftet halten: Ohne ihn können wir nichts tun.“

Zu den Hauptthemen der Unterredung zischen dem Patriarchen und der vatikanischen Delegation gehörte die vorjährige Reise des Papstes in die Türkei und das „Ravenna-Dokument“ als Ergebnis der 10. Vollversammlung der gemischten Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und der ganzen orthodoxen Kirche.

In seiner Grußbotschaft an den Patriarchen behandelt Benedikt XVI erneut die Themen des Dialogs und des Weges zur vollen Einheit unter Katholiken und Orthodoxen, derer die Welt dringend bedürfe.

Der Papst hebt hervor, dass eine ungetrennte christliche Stimme sich mit größerer Überzeugungskraft den Fragen der heutigen Zeit stellen und so sich ihren Abwegen entgegensetzen könne. „Unsere Arbeit für die Einheit“, so Benedikt XVI., „entspricht dem Willen unseres Herrn.“ In diesen ersten Jahren des dritten Jahrtausends seien die diesbezüglichen Bemühungen von Katholiken und Orthodoxen „noch dringlicher, dies aufgrund der vielen Herausforderungen, die alle Christen betreffen“. Der Papst hält es für notwendig, dass man „mit einer Stimme und einer Überzeugung“ spricht.

Der Heilige Vater erinnert in seinem Schreiben an die ökumenischen Schritte des vergangenen Jahres und richtet seine Aufmerksamkeit auf die Tagung der Gemischten Kommission in Ravenna – einer Stadt, „in der die Monumente beredsam vom alten byzantinischen Erbe sprechen, das auf uns von der ungetrennten Kirche des ersten Jahrtausends überkommen ist“.

Des Weiteren schreibt er: „Der Glanz dieser Mosaike möge alle Mitglieder der Gemischten Kommission dazu inspirieren, auf dem Weg ihrer wichtigen Aufgabe mit erneuerter Entschlossenheit fortzufahren, in Treue zum Evangelium und zur Tradition, stets aufmerksam gegenüber den Ratschlüsse des Heiligen Geistes in der Kirche von heute.“

Benedikt XVI. weist darauf hin, dass die Versammlung in Ravenna nicht frei von Schwierigkeiten gewesen ist, und bekräftigt, dass er dafür bete, dass diese Probleme bald geklärt und gelöst werden können, so dass es zu einer vollen Teilnahme an der nächsten Vollversammlung und den anderen Initiativen kommen kann.

Schließlich versichert Papst Benedikt dem Ökumenischen Patriarchen erneut, dass die katholische Kirche sich dafür einsetze, die brüderlichen kirchlichen Beziehungen zu stärken und im theologischen Dialog fortzufahren, um der vollen Gemeinschaft immer näher zu kommen, wie dies in der Gemeinsamen Erklärung des letzten Jahres als Ziel festgehalten wurde.