"Auf den Spuren des Herrn"

Ausstellung in Rio de Janeiro mit bedeutenden Leihgaben aus dem Vatikan und italienischen Museen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 729 klicks

Die Stiftung „Johannes Paul II. für die Jugend“ organisierte, wie schon für Weltjugendtage in der Vergangenheit, auch für den diesjährigen, eben zu Ende gegangenen in Rio de Janeiro (23.-28. Juli) eine Ausstellung mit dem Titel „Auf den Spuren des Herrn. Hauptwerke der Kunst aus dem Vatikan und italienischen Museen.“ Die Stiftung führt damit die 1993 begonnene Tradition fort. Damals wurde erstmalig anlässlich des Weltjugendtags in Denver eine Ausstellung mit dem Titel „Vatican Treasures. 2000 Years of Art and Culture in the Vatican and Italy“ konzipiert. Auch der Weltjugendtag in Köln im Jahr 2005 wurde von einer entsprechenden Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum begleitet: „Ansichten Christi. Christusbilder von der Antike bis zum 20. Jahrhundert“ lautete der damalige Ausstellungstitel.

In der aktuellen Ausstellung „Auf den Spuren des Herrn“ werden über 100 Meisterwerke der europäischen Kunst aus dem 16. bis zum 18. Jahrhundert ausgestellt. Das Thema „Auf den Spuren des Herrn“ greift das von Benedikt XVI. gewählte Motto für den Weltjugendtag in Rio auf, „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ (Mt 28,19). Die Ausstellung ist in insgesamt vier Sektionen unterteilt: das „Antlitz Christi“, die „Berufung und Mission der Jünger“, die „Jungfrau Maria als Mutter Gottes“ und die „Heiligen in der Nachfolge Christi“.

Eröffnet wird die Ausstellung wird mit einem Exponat von außergewöhnlicher Bedeutung und bedeutendem künstlerischen und religiösen Wert, dem Mandylion von Odessa. Das Kunstwerk stammt aus dem 3. bis 5. Jahrhundert und gehört zum Bestand des Vatikans. Es folgen Darstellungen des „Salvator Mundi“ von Melozzo da Forlì, Szenen aus dem Leben Christi von Lorenzo Lotto, Guercino oder Gian Lorenzo Bernini. Die Auswahl der Kunstwerke ist breitgefächert; alle Gattungen von der Malerei bis zur Skulptur sind vertreten. Das breite Panorama wird zusätzlich mit Exponaten kostbarer Goldschmiedekunst und liturgischen Gegenständen vervollständigt.

In dem zweiten Ausstellungsabschnitt „Berufung und Mission der Jünger“ wird der Darstellung der Jünger unter ikonographischen Gesichtspunkten nachgespürt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die Darstellungen des Petrus und des Paulus. Der eigentliche Mittelpunkt der Ausstellung ist der dritte Teil, der der Jungfrau Maria als Mutter Gottes gewidmet ist. Werke von Perugino, Sassoferrato, Pinturicchio oder auch Michelangelo Buonarroti illustrieren das Leben der Jungfrau Maria. Der vierte und letzte Abschnitt der Ausstellung, „Die Heiligen“, zeichnet den Weg der Heiligen nach, die in der Nachfolge Christi leben. Meisterwerke von Tizian, Guido Reni, Caravaggio oder auch Guercino erzählen von den vielen verschiedenen Heiligen und ihren Legenden. Von besonderer Bedeutung für die Ausstellung ist die Darstellung Guido Renis des „heiligen Sebastian“. Ebenfalls zu den Exponaten zählt das aus dem 4. Jahrhundert stammende Reliquiar mit dem Haupt des heiligen Sebastian, das sich heute in den Vatikanischen Museen befindet. Mit diesen Exponaten soll in besonderer Weise der Patron Rio des Janeiros, der heilige Sebastian, Würdigung finden und dem Gastgeber des diesjährigen Weltjugendtags, Rio de Janeiro, Dank ausgesprochen werden.

Hauptsponsor der Ausstellung ist Eni.