Auf den Spuren des Völkerapostels Rom kennen lernen

Sonderausgabe der deutschen Wochenausgabe des „Osservatore Romano“ zum Paulusjahr

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ROM, 15. Juli 2009 (ZENIT.org).- Am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus schloss Benedikt XVI. das Paulusjahr ab (vgl. Predigt). Der Papst hatte das Jubiläumsjahr anlässlich des 2000. Jahrestages der Geburt der Völkerapostels am 29. Juni 2008 ausgerufen. Die deutschsprachige Wochenausgabe der vatikanischen Zeitung „Osservatore Romano“ begleitete das Paulusjahr mit einer Artikelreihe, die auf den historischen und kulturellen Kontext zu Lebzeiten des Apostels eingeht und insbesondere die Zeugnisse in den Blick nimmt, die von der Anwesenheit des Paulus in Rom sprechen. Diese Artikelreihe wurde jetzt in einer Sonderausgabe gesammelt und bietet dem Leser die Möglichkeit, auf den Spuren des heiligen Paulus durch die Ewige Stadt zu pilgern, in der die Apostelfürsten das Martyrium erlitten.



Wie die Chefredakteurin der deutschen Wochenausgabe, Astrid Haas, in ihrem Vorwort zur Ausgabe erklärt, beschreibt die Artikelreihe nicht nur die Gedenkstätten, sondern bietet Einblick in das Leben des Paulus, sein Umfeld und die Menschen, die ihm begegnet sind. Im Mittelpunkt stehe immer der Auftrag zur Evangelisierung, den ihm Christus mit seiner Berufung auf dem Weg nach Damaskus deutlich gemacht habe.

Der Leser begleitet Paulus zunächst auf seinem Weg nach Rom, um mit ihm in die römische Altstadt zu gelangen, wo heute die Kirche „San Paolino alla Regola“ steht. Dort befindet sich der Eingang zu einem Oratorium, das an jenen Ort erinnert, an dem der Apostel gelebt und gelehrt hat. Auch die Kirche „Santa Maria in Via Lata“, die nächste Station dieses Stadtrundgangs, hält in ihrem Untergeschoß die Erinnerung an den Heiligen wach.

„Santa Prisca“ auf dem Aventin, einer der Gründungsorte der Kirche von Rom, war die Wohnstatt von Aquila und Prisca, zwei engen Freunden und Mitarbeitern des Paulus.

Sodann wird der Leser zu einer der bedeutendsten Paulus-Gedenkstätten Roms geführt: an seinen letzten Aufenthaltsort vor dem Martyrium, den Mamertinischen Kerker.

Die letzten drei Beiträge sind dem Ort des Sterbens des heiligen Paulus und der Päpstlichen Basilika St. Paul vor den Mauern gewidmet. Diese heute zweitgrößte Basilika der Stadt Rom und des  Weltkreises wurde über dem Begräbnisort des Apostels errichtet.

Während der ersten Vesper zum Hochfest der Apostel Petrus und Paulus 2009 hatte Papst Benedikt in seiner Predigt verkündet, dass der Sarkophag, der unter dem Hauptaltar aufbewahrt wird, erst kürzlich einer sorgsamen wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen worden sei: „In den Sarkophag, der so viele Jahrhunderte hindurch niemals geöffnet worden ist, hat man ein winziges Loch gebohrt, um eine Spezialsonde einzuführen. Mit ihrer Hilfe wurden Spuren eines kostbaren, purpurfarbenen und mit feinstem Gold laminierten Leintuches sowie eines blauen Stoffes mit Leinenfasern festgestellt. Auch wurden Körner von rotem Weihrauch sowie proteinhaltige und kalkhaltige Substanzen nachgewiesen. Darüber hinaus wurde an winzigen Knochensplittern der Karbon-14-Test vorgenommen, und zwar von Experten, die über deren Herkunft nicht informiert waren. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es sich um Knochen eines Menschen handelt, der zwischen dem 1. und dem 2. Jahrhundert gelebt hat. Das scheint die einmütige und unbestrittene Überlieferung zu bestätigen, der zufolge es sich um die sterblichen Überreste des Apostels Paulus handelt. All das erfüllt uns mit tiefer Ergriffenheit.“

Die Sonderausgabe der deutschen Wochenausgabe des „Osservatore Romano“ bietet Lesern und Pilgern somit drei Dinge: Zum einen ermöglicht sie ihnen in stilvoller Manier eine Reise durch die Geschichte der Anfänge des Christentums in Rom, zum zweiten führt sie sie auch vor dem Hintergrund der jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Gegenwart, die nur aus ihrer Geschichte heraus zu verstehen ist, und zum dritten regt sie sie dazu an, auf den Spuren des Völkerapostels dessen Auftrag nachzuvollziehen und gemeinsam mit ihm in die Welt des Glaubens vorzudringen, in der Kultur, Geschichte und Tradition ein faszinierendes Bild der göttlich-menschlichen Wirklichkeit zeichnen.

[Paulusjahr 2008-2009, Texte von Silvia Koci Montanari, Sonderausgabe des „L’Osservatore Romano“, Schwabenverlag AG, D-73760 Ostfildern; Tel.: +49-711-44 06 0; Fax: +49-711-44 06 138, EUR 9,90]