Auf die Fürsprache von Papst Johannes Paul II. von Parkinson geheilt

Zeugnis von Schwester Marie-Simon-Pierre aus Frankreich

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ROM, 2. April 2007 (ZENIT.org).- Das Zeugnis von Ordensfrau Marie-Simon-Pierre, die auf Fürsprache des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. durch ein Wunder von der Parkinson-Krankheit geheilt wurde, ist vor kurzem vom zuständigen Postulator veröffentlicht worden.



Die 46 Jahre alte Ordensfrau aus Frankreich trat mit 21 Jahren in die Ordenskongregation der Kleinen Schwestern der Katholischen Kreißsäle („Petites Soers des Maternités Catholiques“) ein. Als sie 2001 Parkinson bekam, arbeitete sie gerade als Pflegedienstleiterin in der Entbindungsklinik von Puyricard in der Nähe von Aix-en-Provence.

Besonders ihre linke Seite sei von der eigentlich unheilbaren Krankheit in Mitleidenschaft gezogen worden, so Schwester Marie-Simon Pierre. Der Dienst sei ihr immer schwerer gefallen, weil Schmerzen, Gliedersteifheit und Schlaflosigkeit ihr die Kräfte raubten.

Zu Ostern 2005 habe sie sich danach gesehnt, die Auftritte des selbst schwer an Parkinson erkrankten Papstes Johannes Paul II. im Fernsehen zu verfolgen; in ihrem Inneren habe sie gefühlt, dass es wohl das letzte Mal sein würde. Diese Erkenntnis sei für sie erschütternd gewesen, weil sie in seiner Krankheit ein Bild für ihre eigene Zukunft gesehen habe.

„Ich bewunderte seine Kraft und seinen Mut, die mich anspornten, nicht aufzugeben und dieses Leid zu lieben. Nur Liebe konnte all dem einen Sinn geben. Es war ein tagtäglicher Kampf, aber mein Wunsch war es, ihn im Glauben zu leben.“

Vom 2. April 2005 an, dem Todestag von Johannes Paul II., habe sich ihr Zustand zunehmend verschlechtert. „Ich sah mein Leben schwinden, ich konnte nicht mehr schreiben... Wenn ich es tat, war es nur schwer lesbar.“ Der Tod des direkten Vorgängers von Benedikt XVI. am Vorabend zum Barmherzigkeitssonntag sei ihr sehr nahe gegangen.

Am 14. Mai 2005, dem Tag nach Bekanntgabe der Eröffnung des Seligsprechungsprozesses, hätten sich ihre Mitschwestern in ganz Frankreich und Afrika versammelt, um auf die Fürsprache von Johannes Paul II. um ihre Heilung zu beten. Zwölf Tage später, am 26. Mai, habe sie das Gefühl gehabt, als ob die Krankheit sie „vollkommen ausgelaugt“ hätte; aber selbst in dieser Situation habe sie nicht aufgehört, Gott zu vertrauen.

„Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes schauen“: Diese Stelle aus dem Johannesevangelium (Joh 11,40) habe sie seit dem 14. Mai unentwegt begleitet und ihr Kraft verliehen. Am 1. Juni konnte sich die Ordensfrau allerdings aufgrund ihrer Beschwerden nicht mehr auf den Beinen halten.

Am 2. Juni wandte sie sich deshalb mit der Bitte um Entpflichtung von ihrer Arbeit an die Mutter Oberin. Diese ersuchte sie, noch bis zur Rückkehr von einem geplanten Lourdes-Aufenthalt im August durchzuhalten. „Die Mutter Oberin sagte mir, Johannes Paul habe sein letztes Wort noch nicht gesprochen, ich solle noch durchhalten.“

Daraufhin wurde die kranke Ordensfrau einem Test unterzogen: Sie habe den Namen des Papstes auf einen Bogen Papier schreiben sollen; aufgrund des für Parkinson so charakteristischen Zitterns sei der Name unlesbar gewesen.

Nach dem Abendgebet sei Sr. Marie-Simon Pierre bei der Rückkehr in ihr Zimmer von dem plötzlichen Drang befallen worden zu schreiben: „Ich verspürte den Wunsch, einen Stift zu nehmen und etwas zu schreiben. Es war, als ob jemand mir sagen würde: ‚Nimm deinen Stift, und schreib!‘ Es war zwischen 21.30 und 21.45 Uhr.“ Und zu ihrem großen Erstaunen sei das Geschriebene „sehr leserlich“ gewesen.

Mitten in der Nacht sei sie „völlig überrascht, geschlafen zu haben“, aufgewacht. „Mein Körper schmerzte nicht mehr“, heißt es in dem Zeugnis der Ordensfrau. Es war gegen 4.30 Uhr.

Ein „höherer Ruf“ habe sie aufgefordert, in die Kapelle zu gehen, wo sie „großen Frieden“ und ein „Gefühl des Wohlbefindens“ verspürt habe – eine gewaltige Erfahrung, die schwer zu beschreiben sei. Einem „inneren Impuls“ folgen, habe sie in der Kapelle vor dem Allerheiligsten die Geheimnisse des Lichtreichen Rosenkranzes gebetet, die von Johannes Paul II. verfasst worden waren.

Am nächsten Morgen habe sie mit ihrer Kommunität an der Heiligen Messe teilgenommen. Den 50 Meter langen Weg zur Kapelle habe sie so mühelos und schwungvoll wie lange nicht mehr bewältig, und ihr linker Arm fühlte sich ungewohnt kraftvoll an... „Am Ende war ich sicher, dass ich geheilt war.“

Die Ordensfrau stellte daraufhin alle medizinischen Behandlungen ein und verzichtete auf ihre Medikamente. Am 7. Juni habe sie dann ihren Neurologen aufgesucht, der sie seit vier Jahren betreue; er habe „mit Erstaunen das Verschwinden aller Anzeichen“ der Parkinson-Krankheit festgestellt.

Am darauf folgenden Tag habe ihre Oberin alle Gemeinschaften der Kongregation dazu aufgefordert, Gott für die Heilung ihrer Mitschwester zu danken.

Schwester Marie-Simon-Pierre lebt nun seit zehn Monaten vollkommen gesund und braucht keine Behandlung mehr. Ihre Arbeit als Krankenschwester hat sie wieder aufgenommen, kann wieder normal schreiben und fährt mit dem Auto.

„Ich fühle mich wie neugeboren. Es ist wie ein neues Leben, denn es ist nicht wie vorher“, erklärt sie. „Was der Herr mir auf die Fürsprache von Johannes Paul II. zu erleben erlaubt hat, ist ein großes Geheimnis und schwer in Worte zu fassen… Aber nichts ist für Gott unmöglich.“