Auf die Stimme Gottes hören

Die Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 513 klicks

Lassen wir unser Leben von Gott schreiben. So die Worte von Papst Franziskus in der Predigt der heutigen Messe in Santa Marta. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war die heutige Lesung nach Lk 10,25-37 über das Gleichnis des Guten Samariters und die Figur des Jona in Jona 1,1-16.2,1.11. Es könne passieren, so Papst Franziskus, dass auch ein katholischer Christ vor Gott flüchte, während ein Sünder, der üblicherweise fern von Gott gesehen werde, auf die Stimme des Herrn höre. Jona diene dem Herrn, bete viel und tue Gutes, aber als der Herr ihn rufe, beginne er zu flüchten. Jona habe sich gestört gefühlt und sei vor dem Herrn geflüchtet.

„Die Flucht vor Gott. Man kann vor Gott flüchten, auch als Christ, auch als Katholik, als Priester, Bischof, Papst … alle, alle können wir vor Gott fliehen! Es ist eine tägliche Versuchung. Nicht auf Gott hören, nicht auf seine Stimme zu hören, nicht im Herzen seine Einladung zu hören. Man kann gleich flüchten. Man kann auch anders vor Gott flüchten, erzogener, raffinierter. Im Evangelium ist dort dieser halbtote Mann, der auf der Straße liegt und zufällig kommt ein Priester des Weges – ein würdiger Priester, mit einem Talar. Als er die Szene sieht, wird er gedacht haben: ‚Ich komme zu spät zur Messe‘ und geht weiter. Er hatte nicht die Stimme Gottes gehört.“

Anschließend sei ein Levit des Weges gekommen, der auch vor dieser Stimme Gottes geflüchtet und weiter gegangen sei. Er fügte hinzu, allein derjenige, der sonst vor der Stimme Gottes geflüchtet sei, ein Mann aus Samarien, ein Sünder, habe die Stimme Gottes gehört und habe sich genähert. Er sei nicht an religiöse Praktiken gewöhnt gewesen, an das moralische Leben und doch habe er verstanden, dass Gott ihn gerufen habe.

„Der Priester ist rechtzeitig zur Messe gekommen, alle Gläubigen waren glücklich; der Levit hatte einen ruhigen Tag… Und warum flüchtete Jona vor Gott? Warum flüchtet der Levit vor Gott? Weil sie ein verschlossenes Herz hatten und wenn man ein verschlossenes Herz hat, kann man nicht die Stimme Gottes hören. Hingegen der Mann aus Samarien ‚sah und hatte Mitleid‘, er hatte ein offenes Herz, er war menschlich. Und die Menschlichkeit ließ ihn näher treten.“

Jona habe eine genaue Vorstellung von seinem Leben gehabt, er habe seine Geschichte aufschreiben wollen und so auch der Priester und der Levit, führte der Pontifex fort. Der Mann aus Samarien hingegen, habe sein Leben Gott schreiben lassen, er habe alles verändert, an diesem Abend, denn der Herr habe ihm den verletzten Menschen zur Seite gestellt.

„Ich frage mich und ich frage euch: Lassen wir zu, dass unser Leben von Gott geschrieben wird oder wollen wir es schreiben? Sind wir dem Wort Gottes gegenüber gefügig? ‚Ja, ich will gefügig sein!‘ Aber hast du die Fähigkeit zuzuhören? Du hast die Fähigkeit, das Wort Gottes in jedem Tag zu finden. Oder sind es deine Ideen, die dich aufrecht erhalten und lässt nicht zu, dass der Herr überraschend zu dir spricht?“

Abschließend sagte der Papst, drei Personen seien vor Gott geflüchtet, einer, der Mann aus Samarien, habe auf ihn gehört. Papst Franziskus sagte: „ Möge uns der Herr die Gnade erteilen, die Stimme des Herrn zu hören, seine Stimme, die uns sagt: Geh‘ und handle auch du so!“