Auf zum Weltjugendtag 2013 in Rio

2.000 Jugendliche und 13 Bischöfe aus Deutschland pilgern zum Zuckerhut

Berlin, (DBK PM) | 538 klicks

In 75 Tagen beginnt der XXVIII. Weltjugendtag im brasilianischen Rio de Janeiro. Neben Papst Franziskus werden dort voraussichtlich mehr als 2 Millionen jugendliche Teilnehmer erwartet. Aus Deutschland reisen rund 2.000 Jugendliche und junge Erwachsene sowie 13 Bischöfe an den Zuckerhut. „Wir hoffen, dass man mit dem Namen Rio bald eine frohe, lebendige und junge katholische Kirche assoziiert. Die Weichen sind gestellt“, sagte heute der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Karl‑Heinz Wiesemann, auf einer Pressekonferenz in Köln. 

„Der Weltjugendtag ist ein Pilgerweg junger Menschen, die sich über viele Monate auf dieses Ereignis vorbereiten. Er ist aber auch ein Pilgerweg der Kirche im Ganzen – auf der Suche nach der eigenen Mitte und der eigenen Sendung“, so Bischof Wiesemann. Der Papst und die Bischöfe begleiteten die Jugendlichen beim Weltjugendtag auf ihrem Glaubensweg. „Wir rufen die jungen Menschen dazu auf, in ihrem Leben von Gottes Liebe in der Welt Zeugnis zu geben, nicht zuletzt auch gegenüber ihren Altersgenossen.“ Gleichzeitig forderte Bischof Wiesemann dazu auf, den Weltjugendtag als wichtige Aufgabe für die Jugendpastoral der Kirche wahrzunehmen: „Wir müssen wachsam bleiben, wie wir jungen Menschen noch besser in der Kirche Heimat geben können. Ihre Begeisterung ist ein großes Geschenk. Ich frage mich, wie können wir uns in den Gemeinden und in den Bistümern davon noch stärker anstecken lassen und alle daran teilhaben?“ 

Der Weltjugendtag steht unter dem Leitwort „Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker der Erde“ (Mt 28,19). Aufgrund der Sicherheitslage in Brasilien und der hohen Reisekosten hatten die verantwortlichen Jugendamtsleiter und Jugendseelsorger der deutschen Bistümer bereits 2011 beschlossen, nur volljährige Teilnehmer mit nach Rio zu nehmen. 

Den Wert der Weltjugendtage für eine nachhaltige jugendpastorale Arbeit unterstrich die neue Leiterin der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj) und Leiterin der deutschen Delegation, Bianka Mohr: „Das Leben in der Kirche braucht Höhepunkte, an denen sich grundlegende Erfahrungen konzentrieren: Die Beziehung zu Christus, das Erleben von großer Gemeinschaft, der Zugang zu den Sakramenten. Dies ermöglicht der Weltjugendtag.“ Aber das Leben bringe auch den Alltag, dann brauche es Brücken, die es ermöglichen, die guten bereichernden Erfahrungen umzusetzen. „Die vielen Akteure in der kirchlichen Jugendarbeit in Deutschland helfen, solche Brücken zu schlagen“, so Bianka Mohr. Der Weltjugendtag sei auch eine Chance des interkulturellen Lernens: „Die Pilger aus Deutschland erleben, dass junge Menschen in Brasilien und aus anderen Teilen der Welt oft die gleichen Fragen nach Gott und dem Sinn des Lebens haben. Interkulturelles Lernen geschieht im sozialen Miteinander und ebenso in Glaubensfragen, wenn junge Menschen beim Weltjugendtag andere Formen von Spiritualität erleben.“ Der Weltjugendtag sei somit ein Ort, Kirche als Lern-, Solidar- und Glaubensgemeinschaft zu erfahren. 

Die soziale Dimension des Weltjugendtags unterstrich der Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Pfarrer Simon Rapp. „Wie nie bei den letzten Weltjugendtagen der vergangenen 15 Jahre wird die Frage nach weltweiter Gerechtigkeit und Solidarität im Fokus stehen.“ Das bemerkenswerte am Weltjugendtag sei, dass „Jugendliche aus der ganzen Welt tausende Kilometer reisen, um sich im Namen Jesu Christi zu versammeln. Sie wollen feiern, sie wollen Jugendliche aus anderen Ländern kennenlernen, sie wollen beten, Messen feiern, sich im Glauben stärken lassen und spüren: ich gehöre zu einer großen weltweiten Gemeinschaft.“ 

Der BDKJ veranstaltet zusammen mit den Hilfswerken MISEREOR und Adveniat ein „International Youth Hearing“, bei dem es darum geht, wie die Option für die Armen in den Alltag umgesetzt werden kann. Dabei werden Jugendliche ihre Vision von einer gerechten Welt vorstellen und über die Verantwortung der Kirche in Welt und Gesellschaft diskutieren. „Ohne die Option für die Armen ist Kirche nicht denkbar – ohne die Jugend hat sie keine Zukunft“, betonte während der Pressekonferenz der stellvertretende Geschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat, Stephan Jentgens. Der vorrangigen Option für die Armen und jungen Menschen zu folgen, sei auch die Ausrichtung Adveniats: „Adveniat möchte Jugendlichen die Dimensionen und die kulturelle Vielfalt von pastoraler Arbeit in Lateinamerika nahe bringen“, so Jentgens. Das Lateinamerika-Hilfswerk ermöglicht, während des Weltjugendtags Projektpartnern des Hilfswerkes vor Ort zu begegnen und so die konkrete Lage der Menschen kennen zu lernen: „Wir wollen dazu beitragen, dass Jugendliche durch den Weltjugendtag den Reichtum des gemeinsamen Glaubens und den Kontinent Lateinamerika entdecken können.“ 

Der Weltjugendtag in Rio beginnt mit den so genannten „Missionarischen Tagen“ beziehungsweise Tagen der Begegnung in den brasilianischen Bistümern (16. bis 20. Juli 2013). Danach folgt die gemeinsame Zeit des Weltjugendtags, die am 23. Juli 2013 in Rio beginnt. Ab dem 25. Juli 2013 ist auch Papst Franziskus beim Weltjugendtag dabei, der ihn am 28. Juli 2013 mit einer großen Abschlussmesse feierlich beschließt. 

Hinweise:

Alle Statements der Pressekonferenz finden Sie zum Herunterladen auf www.wjt.de, www.dbk.dewww.bdkj.de sowie www.adveniat.de.