Aufruf Benedikts XVI. zur Bewahrung der Schöpfung

Umweltschutz und die ganzheitliche Entwicklung des Menschen gehören zusammen

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ROM, 26. August 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. widmete seine Katechese während der heutigen Generalaudienz dem Thema Ökologie. Anlass dazu bot dem Papst der Tag des Schutzes der Schöpfung, der am 1. September begangen werden wird. Benedikt XVI. brachte in diesem Zusammenhang seine Unterstützung für die „United Nations Climate Change Conference“ zum Ausdruck, die zwischen dem 7. und 18. Dezember in Kopenhagen geplant ist.



Dank gebühre Gott für das „kostbare Geschenk der Schöpfung“, in deren Genuss die Menschen gerade während der Ferienzeit kommen könnten, so Papst Benedikt. Gerade während man sich anschicke, wieder die normale Tätigkeit aufzunehmen, dränge sich dieser Dank vermehrt auf.

In seiner Katechese verwies der Bischof von Rom auch auf „die verschiedenen Erscheinungen der Umweltzerstörung und die Naturkatastrophen“, die bedauerlicherweise zu verzeichnen seien, und richtete einen eindringlichen Appell an alle Menschen, auf die Natur sorgfältig acht zu geben. Im alltäglichen Leben sollte eine korrekte Beziehung zur Umwelt wiederhergestellt und diese in ihrem Wert neu geschätzt werde.

„Die Erde ist ein kostbares Geschenk des Schöpfers, der ihre innere Ordnungen gezeichnet und so orientierende Signale gegeben hat, an die man sich als Verwalter seiner Schöpfung halten muss.“ In diesem Bewusstsein betrachte die Kirche Umweltschutzfragen immer in ihrer tiefen Verbindung mit der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen.

Die Kirche setze sich nicht nur für die Bewahrung von Boden, Wasser und Luft ein, die der Schöpfer allen geschenkt habe, sondern vor allem auch für die Bewahrung des Menschen vor seiner Selbstzerstörung. Diesbezüglich lenkte Benedikt XVI. die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer darauf, dass eine unbesonnene Ausnutzung der Schöpfung mit der Verdrängung Gottes oder der Leugnung seiner Existenz beginne. Wenn nämlich der Bezug des Geschöpfes zu seinem Schöpfer fehle, „wird die Materie auf egoistischen Besitz reduziert“. Das Ziel des Daseins werde so zu einem hastigen Rennen nach mehr Besitz.

Die Verantwortung des Menschen bestehe darin, die Erde umzuformen, ohne sich dabei als absoluten Herrn anzusehen. Der Mensch sei dazu berufen, die Schöpfung verantwortlich zu regieren, um sie zu bewahren und zu kultivieren. Dabei finde er die notwendigen Ressourcen vor, um für alle ein menschenwürdiges Leben sicherzustellen.

Die „große Pflicht“ der Menschheit besteht nach Worten des Papstes darin, den neuen Generationen eine Erde zu hinterlassen, die auch von diesen würdig bewohnt und weiter kultiviert werden könne.

Benedikt XVI. schloss seine Katechese mit einem Appell an die internationale Gemeinschaft und die Regierungen jedes Staates. Sie sollten sich darum kümmern, ihren Bürgern die richtigen Signale zu geben, um einem schädlichen Umgang mit der Umwelt wirksam entgegenzutreten. Insbesondere forderte der Papst diesbezüglich zu einem solidarischen Vorgehen gerade im Hinblick auf die schwächsten Regionen der Erde auf.

„Damit es dazu kommt, ist es unverzichtbar, dass das aktuelle globale Entwicklungsmodell zu einer größeren und von allen geteilten Verantwortung gegenüber der Schöpfung wird." Dies machten nicht nur die die Umwelt betreffenden Notstände erforderlich, „sondern auch der Skandal des Hungers und des Elends“.