Aufruf der deutschen Bischöfe zur Palmsonntagskollekte

Solidarität mit den Christen im Heiligen Land

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BONN, 28. März 2009 (ZENIT.org).- Die traditionelle Palmsonntagskollekte in den deutschen Pfarrgemeinden steht auch in diesem Jahr ganz im Zeichen der Solidarität mit den Christen im Heiligen Land.

Die deutschen Bischöfe ermutigen in ihrem gemeinsamen Aufruf alle Christen, sich den tiefen Wunsch des Papstes nach Frieden in der Heimat Jesu zu Eigen zu machen. In ihrem Appell, den die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz vor kurzem veröffentlicht hat, wird darauf hingewiesen, dass zu einer sichtbaren Solidarität zuallerst das Gebet gehöre.

Die willkommenen großzügigen Spenden werden kirchlichen Einrichtungen vor Ort zugute kommen und auf diese Weise zum Übeleben des Christentums im Heiligen Land beitragen.

Die Hirten laden die Gläubigen zudem dazu ein, als Zeichen der Solidarität ins Heilige Land zu pilgern: „Lernen Sie die Christen vor Ort näher kennen und geben Sie ihnen so ein Zeichen, dass sie nicht vergessen sind!“

Die Palmsonntagskollekte wird vor allem vom Deutschen Verein vom Heiligen Lande begleitet, der entsprechende Materialien zusammengestellt hat, die online zugänglich sind. Papst Benedikt XVI. wird das Heilige Land vom 8. bis zum 14. Mai 2009 besuchen.

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In den Gottesdiensten am Palmsonntag richtet sich der Blick der Katholiken auf das Heilige Land. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen dem Staat Israel und der Hamas-Bewegung im Gaza-Streifen, deren Zeugen die Welt in diesem Jahr wurde, zeigen einmal mehr, wie weit ein gerechtes und friedliches Zusammenleben im Nahen Osten noch in der Ferne liegt. Gerade in einer Zeit, in der die Menschen dort in eine ungewisse Zukunft blicken, bedürfen sie unserer Solidarität und Ermutigung.

Die neuerliche Erfahrung der Gewalt darf weder die Konfliktparteien noch die gutwilligen Kräfte in aller Welt zu Zynismus oder Resignation verleiten. Alle sind aufgerufen, sich den drängenden Appell Papst Benedikts XVI. zueigen zu machen: „Im Herzen der großen Mehrheit der israelischen und palästinensischen Bevölkerung herrscht das tiefe Bedürfnis nach einem Leben in Frieden. Gewalt, Hass und Misstrauen [...] dürfen nicht die Oberhand gewinnen!" (Predigt zum Neujahrstag 2009). Als Christen wissen wir: Nur wachsendes Vertrauen und wechselseitiges Entgegenkommen können den Kreislauf der Gewalt durchbrechen.

Auch zum diesjährigen Palmsonntag rufen wir die Katholiken in Deutschland zu besonderer Solidarität mit den Christen im Ursprungsland unseres Glaubens auf. An erster Stelle steht das Gebet für unsere Brüder und Schwestern. Zugleich bitten wir Sie um eine großzügige Spende für die kirchlichen Einrichtungen vor Ort. Diese dienen dem Überleben des Christentums in einer schwierigen Umgebung und versetzen die dortigen Ortskirchen in die Lage, wirksame Beiträge für eine friedliche und gerechte Entwicklung in der palästinensischen wie in der israelischen Gesellschaft zu leisten. Schließlich ermutigen wir die Kirchengemeinden und Gruppen in Deutschland, auch weiterhin Pilgerreisen zu den heiligen Stätten zu unternehmen. Lernen Sie die Christen vor Ort näher kennen und geben Sie ihnen so ein Zeichen, dass sie nicht vergessen sind!

Würzburg, den 19. Januar 2009