Aufruf des Papstes an die jungen Menschen: Seid Missionare der Freude

Aussendung der Botschaft Benedikts XVI. anlässlich des XXVII. Weltjugendtags

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Von Luca Marcolivio

VATIKANSTADT, 27. März 2012 (ZENIT.org). – Mit dem Herzen noch in Madrid und im Geiste bereits in Rio verbreitete Benedikt XVI. heute seine Botschaft anlässlich des XXVII. Weltjugendtags, der von der Diözese am Palmsonntag, den 1. April 2012, feierlich begangen wird.

Das Thema dieses Jahres lautet „Freuet euch allezeit im Herrn!", in Anlehnung an den Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Filippi (vgl. Fil 4,4). „Die Freude ist ein wahrhaft zentrales Element der christlichen Erfahrung“, erklärte der Papst. Sie sei ein unabdingbarer Teil der internationalen Tage und „ein wichtiges Zeichen der Schönheit und des vom christlichen Glauben ausgehenden Vertrauens in einer Welt, die oftmals von Traurigkeit und Unruhen erschüttert ist.“

Die Suche nach der Freude sei zunächst „eine dem Menschen innewohnende Eigenschaft“. Besonders während der Jugend zeige sich dieses Verlangen als „Öffnung für die Zukunft, bei der sich ein starker Wunsch nach Glück, Freundschaft, Miteinander und Wahrheit entfaltet, der von Idealen genährt wird und zum Entwurf von Plänen animiert“.

Die Gründe der Freude seien sehr vielfältig: „Die Freude am Leben, die beim Anblick von Schönheit erlebte Freude, die Freude über eine gelungene Arbeit, die Freude am Dienen, die Freude, die der wahren und reinen Liebe eigen ist“, ebenso wie „die schönen Momente des Familienlebens, die geteilte Freundschaft, die Entdeckung der persönlichen Fähigkeiten und das Erzielen einer guten Leistung, die Wertschätzung durch andere, die Möglichkeit, sich selbst Ausdruck zu verleihen und verstanden zu werden, das Gefühl, von einem Mitmenschen gebraucht zu werden.“

Dennoch seien viele junge Menschen heute in ihren Erwartungen enttäuscht; sie fragten sich, ob die Freude im Grunde nicht nur „eine Illusion und eine Flucht vor der Realität“ sei. Oftmals schlügen sie „falsche oder zumindest gefährliche“ Wege ein.

Man könne nicht traurig bleiben, wenn man Christus begegnet sei, der durch seinen Tod am Kreuz dem Menschen das Leben geschenkt habe. „Bedenket, dass er euch nie verlassen wird", fuhr der Papst fort, „wendet oftmals euren Blick nach ihm“.

Benedikt XVI. ermunterte die jungen Menschen dazu, „die Heilige Schrift zu lesen und darüber nachzusinnen“, in der sie immer „eine Antwort auf die elementarsten Fragen nach der Wahrheit“ fänden, die ihre Herzen und ihren Geist bewegten.

Die Liturgie sei zudem „der günstigste Ort, jener Freude Ausdruck zu verleihen, die die Kirche durch den Herrn empfängt und in die Welt hineinträgt“, der wahre Moment der Begegnung mit dem auferstandenen Christus. Die Auferstehung an sich sei ein wahrer Quell der Freude.

Die Freude sei außerdem „untrennbar verbunden mit der Liebe“. Diese führe zu „Beständigkeit, Treue, Gewissenhaftigkeit den Verpflichtungen gegenüber“ und zur Fähigkeit „der Großzügigkeit“, bei der man nicht nur „das Mindeste gibt“, sondern sich besonders „für die Bedürftigsten“ einsetze.

Eine besondere Freude sei „jene, die man spürt, wenn man seiner Berufung nachgeht, sich selbst ganz dem Herrn zu schenken“ durch ein klösterliches, missionarisches, religiöses oder priesterliches Leben.

Ein Quell der Freude sei ebenso die Erfahrung der Ehe, bei der Mann und Frau sich einander vollkommen hingäben, „um eine Familie zu gründen und zu Zeichen der Liebe Christi zu seiner Kirche werden“.

Der letzte Aufruf des Heiligen Vaters an die jungen Menschen ist jener, „Missionare der Freude zu sein“. Damit die Freude in uns bleibe, müssten wir sie weitergeben. Das Bild eines Christentums, „das unsere Freiheit mindert“, sei falsch, denn den wahren Christen ist es bewusst, dass sie „niemals allein sind, denn sie werden allezeit von Gottes Hand gehalten“.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]