Aufruf zu Frieden und Freiheit: Benedikt XVI. empfängt neuen Botschafter aus Korea

Die Kirche fördert den Zusammenhalt, indem sie die Wahrheit über den Menschen verkündet

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ROM, 11. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Friede und Aussöhnung in Nord- und Südkorea, atomare Abrüstung, Stammzellenforschung, Lehrfreiheit und die zentrale Bedeutung der Wahrheit in der pluralistischen Welt von heute: Mit diesen Themen setzte sich Papst Benedikt XVI. heute, Donnerstag, in seiner Ansprache vor dem neuen koreanischen Botschafter beim Heiligen Stuhl, Kim Ji-Young Francesco, anlässlich der Übergabe der Beglaubigungsschreiben auseinander. In seinem Grußwort dankte der neue Botschafter dem Heiligen Vater für dessen Einsatz zur Förderung des Friedens in Korea und lud ihn zu einem Besuch seines Landes ein.



Benedikt XVI. kam auf das beachtenswerte Wachstum der katholischen Kirche in Korea zu sprechen, das zum größten Teil dem „heroischen Vorbild jener Männer und Frauen zu verdanken ist, die für ihren Glauben das Leben für Christus und ihre Brüder und Schwestern hingegeben haben“. Das Opfer dieser Glaubenszeugen erinnere die Christen heute daran, dass für die Verteidigung der Treue zur Wahrheit kein Preis zu hoch sei.

Angesichts der Tatsache, dass die Bedeutung die Wahrheit in der modernen pluralistischen Welt mitunter zur Diskussion gestellt oder sogar geleugnet wird, bekräftigte der Papst, dass die Wahrheit nicht vom Konsens abhänge. „Sie geht ihm vielmehr voraus und ermöglicht ihn; und so weckt sie echte menschliche Solidarität.“

Die Kirche achte immer auf die Macht der Wahrheit, die nach Worten Benedikts XVI. gerade darin besteht, die Menschen zu einen. Die Kirche achte auch immer auf den ununterdrückbaren Wunsch der Menschheit nach einem friedlichen Zusammenleben. Und in dieser Hinsicht „setzt sie sich auf in jeder erdenklichen Weise dafür ein, die Eintracht und die soziale Harmonie im kirchlichen und zivilen Leben zu stärken, indem sie die Wahrheit über den Menschen verkündet“.

Mit Bezug auf die Friedenssehnsucht des koreanischen Volkes und der ganzen Region bekräftigte Benedikt XVI. erneut die Bereitschaft des Heiligen Stuhls, alle Initiativen zu unterstützen, „die auf eine aufrichtige und dauerhafte Aussöhnung ausgerichtet sind“. Der Papst lobte die bereits unternommenen Anstrengungen zur Förderung eines fruchtbaren und aufrichtigen Dialogs, die zur Linderung der Not all jener Menschen beitragen, die aufgrund von Trennung oder Verdächtigungen leiden müssten.

„Jede Nation ist dafür verantwortlich, dass es eine stabilere und sicherere Welt geben kann. Es ist meine brennende Hoffnung, dass die jetzige Teilnahme der verschiedenen in den Verhandlungsprozess mit einbezogenen Länder zur Aufgabe der Programme für die Entwicklung und die Produktion von Waffen führt, die ein erschreckendes und unsagbares Vernichtungspotential besitzen.“

Hinsichtlich der beachtlichen wissenschaftlichen Erfolge Koreas vor allem im Bereich der Biotechnologie, die „die Behandlung von Krankheiten erlauben und so die Lebensqualität verbessern“, hob Benedikt XVI. hervor: „Die Entdeckungen in diesem Bereich fordern den Menschen zu einem tieferen Bewusstsein der schwerwiegenden Verantwortung auf, die mit ihrer Anwendung verbunden ist.“ Eindringlich mahnte der Papst, dass der Mensch nie manipuliert oder zu Experimentierzwecken missbraucht werden dürfe.

„Die Zerstörung von menschlichen Embryonen, um Stammzellen zu erhalten oder zu jeglichem anderen Zweck, widerspricht der von Forschern, Gesetzgebern und Verantwortlichen im öffentlichen Gesundheitsbereich geäußerten Absicht, das Wohl des Einzelnen zu fördern. Die Kirche zögert nicht, die somatische Stammzellenforschung zu billigen und zu ermutigen – dies nicht nur wegen der positiven Ergebnisse, die mit dieser alternativen Methode erzielt werden, sondern, was noch wichtiger ist, weil sie mit dem Vorsatz in Einklang steht, das Leben des Menschen in jeder Phase seines Lebens zu achten.“

Zum Schluss seiner Ansprache erinnerte Benedikt XVI. den Botschafter daran, dass die Förderung der Würde des Menschen die öffentlichen Autoritäten in die Pflicht nehme, der Jugend eine solide Ausbildung zu ermöglichen. Den Eltern müsse erlaubt werden, ihre Kinder auch in konfessionelle Schulen zu schicken, die vom Staat unterstützt werden sollten.

„Die katholischen Schulen und die Schulen anderer Konfessionen müssen in den Genuss echter Freiheit kommen, um in der Lage zu sein, Schulpläne zu erarbeiten und umzusetzen, die das geistliche Leben nähren, ohne das das geistige Leben ernsthaft verformt wird.“