Aufruf zu sozialem Frieden: Benedikt XVI. empfängt ersten Botschafter aus Osttimor

Audienz im Vatikan

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ROM, 21. Mai 2007 (ZENIT.org).- Seit der Unabhängigkeit der ehemaligen portugiesischen Kolonie Osttimor (20. Mai 2002) unterhält der Heilige Stuhl mit dem südostasiatischen Inselstaat diplomatische Beziehungen. Beim Empfang des ersten beim Heiligen Stuhl akkreditiert offiziellen Vertreters dieses jungen, mehrheitlich katholischen Staates (98 Prozent der Bevölkerung sind katholisch), ermutigte Papst Benedikt XVI. am Montag im Vatikan die Politiker dieser Nation dazu, den Demokratisierungsprozess voranzutreiben und bei diesem Bemühen auf die christlichen Werte und das Prinzip der sozialen Solidarität zurückzugreifen Die „Kultur der Solidarität, die das Gegenteil des ständigen politischen Kampfes ist, soll dazu dienen, dem Land einen wirklichen Horizont der Demokratie zu eröffnen“.



In seiner Ansprache an Botschafter Justino Maria Aparício Guterres betonte Benedikt XVI., dass die rege Beteilung an den Präsidentschaftswahlen in diesem Mai , aus denen Friedensnobelpreisträger José Ramos Horta siegreich hervorgegangen war, eine große zivile Reife des Volkes von Osttimor offenbart hätten. Gleichzeitig habe es damit seinen Willen zur Errichtung eines demokratischen Rechtsstaates kundgetan.

Die staatlichen Verantwortungsträger stünden gegenwärtig vor einer schwierigen Aufgabe, bei der es in politischer und sozialer Hinsicht nicht an inneren und äußeren Hindernissen fehle, erläuterte der Heilige Vater. Die Kirche könne als Instanz, „die die Kultur der Solidarität und des friedlichen Zusammenlebens in Gerechtigkeit inspiriert und fördert“, zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen. Die Kirche fordere die Bürger zudem dazu auf, für Fortschritt und Gemeinwohl zusammenzuarbeiten, ohne dabei die Ärmsten und Benachteiligten zu vernachlässigen, denen die vorrangige Aufmerksamkeit gebühre.

Der Papst erinnerte seinen Staatsgast daran, dass er in seiner diesjährigen Osterbotschaft für Osttimor um die „Kraft zur Versöhnung und das Geschenk des Friedens“ gebetet habe. Er erneuerte seinen Appell an die politisch Verantwortlichen, „alles in ihrer Macht stehende zu tun, um mit legalen Mitteln eine effektive öffentliche Ordnung wiederherzustellen und den Bürgern auch dank eines wieder neu geschöpften Vertrauens in die Institutionen des Staates die Sicherheit im alltäglichen Leben zurückzugeben“.

Benedikt XVI. bekräftigte, dass die Kirche das Gewissen der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft erleuchte und so das „Prinzip der Solidarität als Grundlage einer echten Wirtschaft der Gemeinschaft und des gemeinsamen Teilens der Güter auf nationaler und internationaler Ebene“ hervorhebe.

Es sei eine Pflicht, Länder, die eine schwierige Zeit durchgemacht hätten, durch technische Unterstützung und eine entsprechende Ausbildung dazu zu ermutigen, demokratische Institutionen zu errichten, die von Dauer sind; die Reichtümer zum Wohl aller Menschen zu nutzen und der Bevölkerung eine würdige ethische, zivile und intellektuelle Ausbildung zu garantieren. „Die integrale Förderung des Menschen wird den Fortschritt der Länder fördern und ihnen helfen, Akteure des eigenen Fortschritts zu sein, am internationalen Leben teilzunehmen und der Zukunft vertrauensvoll entgegenzugehen.“