Aufruf zur Unterstützung der bedrängten Christen in Pakistan

Interview mit zwei Dominikanern aus der Diözese Faisalabad

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ROM, 8. September 2009 (ZENIT.org).- Zwei Dominikaner aus der pakistanischen Diözese Faisalabad haben bei einem Besuch in Rom auf das Leid der bedrängten Christen in ihrem Land aufmerksam gemacht und dazu aufgerufen, Druck auf die pakistanische Regierung auszuüben, damit sie sich für den Schutz der Minderheiten einsetzt.

Sowohl P. Pascal Paulus als auch P. Iftikhar Moon waren dabei, als am 1. August in Gojra acht Christen ermordet, 70 Häuser von christlichen Familien in Brand gesteckt und zwei Kirchen entweiht worden waren. Bei einem weiteren Anschlag wurden am 28. August in der Innenstadt von Quetta im Nordosten des Landes fünf Christen erschossen. Betroffenheit und Furcht sind nach diesen erschütternden Ereignissen entsprechend groß. Die beiden Dominikaner zeigen sich dennoch frohen Mutes, wieder nach Pakistan zurückzukehren. Sie verkündeten ja Christus, bekräftigten sie im Gespräch mit ZENIT. „Unsere Mission ist es, Christus bekannt zu machen; Christus zu lieben und die Menschen zu lieben".



Wie P. Paulus berichtete, wird die Islamische Republik Pakistan heute gänzlich von der muslimischen Sichtweise bestimmt. „Die Menschen wollen das islamische Recht haben, die Scharia, auch wenn sich die Regierung darum bemüht, ihnen Demokratie zu bringen."

Das größte Problem für die Christen, die rund 1,2 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, stelle gegenwärtig das Anti-Blasphemiegesetz dar. Es werde zum Vorwand genommen, um die Christen um ihre Besitzungen zu bringen, denn die Übertretung der entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen werde mit lebenslanger Haft beziehungsweise mit der Todesstrafe geahndet. Seit das Blasphemiegesetz 1986 in Kraft getreten ist, sind 964 Menschen verurteilt worden, weil sie den Koran oder Mohammed beleidigt haben sollen.

Nach den erschütternden Ereignissen des 1. August in Gorja, wo drei Kinder, drei Frauen und zwei Männer bei lebendigem Leib verbrannten, sei die Polizei nicht aktiv geworden. Sie hätte den Hassreden in den Moscheen keine Beachtung geschenkt. „Die Polizei handelte, als alles vorbei, alles schon zu spät war", so P. Paulus. Es wird vermutet, dass die Anschläge von einer extremistischen Gruppierung ausgehen, die unter dem Einfluss der Taliban steht.

Die Regierung sei ebenfalls erst sehr spät auf den Fall aufmerksam geworden - erst nach einer christlichen Protestaktion. Die Behörden hätten die Anschläge schließlich verurteilt, und den heimatlosen Christen seien Häuser versprochen worden.

Die ermutigenden Worte, die Papst Benedikt XVI. Anfang August an die Christen im Irak gerichtet habe, seien für viele ein großer Trost gewesen, berichtete P. Moon. „Diese Botschaft ermutigte uns und schenkte uns Hoffnung, da wir sahen, dass das Oberhaupt der Kirche mit uns ist und für uns eintritt."

Im ZENIT-Gespräch appellierten die Dominikaner an die Christen in der ganzen Welt, ihren Schwestern und Brüdern in Pakistan zu helfen, und zwar insbesondere, indem die pakistanische Regierung dazu gedrängt werde, die Anti-Blasphemiegesetze fallen zu lassen.

„Wir appellieren an die internationalen Menschenrechtsorganisationen, diesen Ereignissen Beachtung zu schenken und zum Schutz der Christen und anderer Minderheiten vor unserer Regierung einzutreten. Wir selbst, die Christen in Pakistan, fühlen uns in unserem eigenen Land nicht sicher!"