Aufrufe zu stärkerer Vernetzung

„Katholische Kirche kann Jugendlichen im Internet helfen“

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Michaela Koller

Chiang Mai , 20. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Beim Weltkongress von SIGNIS, der katholischen Weltorganisation für Kommunikation, hat Verbandspräsident Augustine Loorthusamy die Teilnehmer zu einer Vernetzung zwischen kirchlichen, säkularen und andersgläubigen Medien aufgerufen. Die Medienschaffenden sollten zudem zwischen Laien und Klerikern, Jungen und Alten Brücken bauen.

Das Apostolat der Kommunikation bezeichnete der SIGNIS-Präsident als zentral für die Kirche. Er kritisierte eine „weitverbreitete Lethargie" und einen Mangel an Unterstützung für diesen Dienst. In seiner Rede erinnerte Loorthusamy an die Situation von hungernden Kindern, eine globale Herausforderung, die täglich 24.000 der kleinen Erdenbürger das Leben kostet.

Prominente Gastrednerin zur Eröffnung war Zilda Arns Neumann, die Mitbegründerin und internationale Koordinatorin der Kinderhilfsorganisation Pastoral da Criança (Kinderpastoral) und Schwester von Kardinal Paulo Evaristo Arns, Alterzbischof von São Paulo in Brasilien. Sie engagiert sich mit ihrer Arbeit gegen Unterernährung und Kindersterblichkeit.

Der einzige Deutsche unter den zentralen Rednern ist der Frankfurter Journalist Michael Hertl von der Katholischen Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz. Um auf junge Menschen zuzugehen, empfahl er am Dienstag in seiner Ansprache, die katholische Kirche solle stärker die reichlichen Kommunikationsmöglichkeiten im Internet nutzen. Teenager besuchten zunehmend virtuelle Netzwerke wie Facebook und Plattformen wie YouTube, auch auf der Suche nach religiösen Themen. „Sie finden mehr Videoclips über Jesus als über Barack Obama in den großen Videonetzwerken", argumentierte der Fernsehjournalist.

Mit xt3.com sei um den Weltjugendtag 2008 in Sydney schon ein weltumspannendes katholisches Beziehungsnetz entstanden. „Mein Vorschlag an den Päpstlichen Rat für die Laien wäre, dies als permanenten virtuellen Weltjugendtag zu übernehmen", sagte Hertl in seiner Ansprache. Besonders die katholische Kirche könne jungen Leuten helfen, ihre Persönlichkeit aufzubauen und zu entwickeln.

Die bis Mittwoch andauernde Begegnung von katholischen Kreativen aus den Bereichen elektronische und neue Medien sowie Kino im nordthailändischen Chiang Mai steht unter dem Motto „Medien für eine Kultur des Friedens, Kinderrechte, ein Versprechen für Morgen". Auch 100 Teenagern bieten die Veranstalter Workshops an. Abschließend wird ein Medienpreis verliehen.