Augsburger beten für verfolgte Christen

Kirche in Not versammelt 400 katholische, evangelische und orthodoxe Christen

| 817 klicks

ROM, 17. September 2012 (ZENIT.org/KIN). - Über 400 katholische, evangelische und orthodoxe Christen haben sich am Sonntagabend auf Einladung des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not” im Augsburger Dom zum Gebet für ihre Glaubensgeschwister im Nahen Osten versammelt. Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier, der im Bistum Augsburg für Mission, Entwicklung und Frieden zuständig ist, leitete die ökumenische Kreuzweg-Andacht, an der sich weitere Geistliche unterschiedlicher Konfessionen beteiligten.

In seiner Eröffnungsansprache rief Meier zum Gebet für die Menschen im Nahen und Mittleren Osten auf: „Bitten wir darum, dass für die Christen der sogenannte Arabische Frühling nicht zu einer Eiszeit wird!” Meier sprach damit die Diskriminierung und Unterdrückung besonders der Christen an: “Ob Irak, Syrien, Ägypten, Türkei oder viele andere Länder auf der Erde: Für zahllose Christen ist Religionsfreiheit nur ein Traum. Wie wir Christen auch anderen Religionen das Recht zuerkennen, sich zu entfalten, so wünschen wir uns für unsere leidenden Brüder und Schwestern, dass sie ihren christlichen Glauben leben und frei bekennen können.”

Unter der Leitung von Domdekan Prälat Dr. Meier wurden Texte der Kreuzwegandacht vorgetragen, unter anderem vom evangelisch-lutherischen Pfarrer Gottfried Limpert, vom griechisch-orthodoxen Erzpriester Apostolos Malamoussis, von Pfarrer Qasha Marqus Zaya von der Assyrischen Kirche des Ostens sowie von Suleyman Ögünc vom Augsburger Mesopotamien-Verein.

Zuvor hatte auf dem Rathausplatz eine Kundgebung stattgefunden unter dem Motto “Glaube braucht Bekenntnis - verfolgte Christen brauchen Hilfe”. Der Hauptredner, Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald (CSU), sagte: “Wahrer Friede ist nur dort, wo Religionen friedlich nebeneinander und miteinander leben.” Von Unterdrückung und Vertreibung betroffene Christen unterschiedlicher orientalischer Konfessionen schilderten ihr Schicksal und appellierten an Gesellschaft und Politik, sich stärker für die Durchsetzung der Religionsfreiheit in ihren Ländern einzusetzen.