Augustinus – eine Brücke zwischen Ost und West

Botschaft Benedikts XVI. an das 11. interchristliche Symposion

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ROM, 3. September 2009 (ZENIT.org).- Vom 3 bis zum 5. September findet in Rom das elfte interchristliche Symposion statt, das vom „Istituto Francescano di Spiritualità“ der Päpstlichen Universität „Antonianum“ und der Orthdoxen Theologischen Fakultät der Universität „Aristoteles“ von Thessaloniki organisiert wurde. Die Tagung steht unter dem Thema: „Der heilige Augustinus in der westlichen und östlichen Tradition“.



Zu diesem Anlass richtete Papst Benedikt XVI. eine Botschaft an den Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper.

In seinem Schreiben vom 28. August bringt der Papst seine Wertschätzung für die Initiative, die eine Auseinandersetzung über die gemeinsamen Aspekte der Spiritualität ermöglichen soll, zum Ausdruck. Sie sei „der Lebenssaft für eine tiefere Beziehung zwischen Katholiken und Orthodoxen“.

Mit Blick auf den Wahl des Tagungsortes erklärt der Papst, dass Rom eine Stadt sei, „die allen Christen unauslöschliche Zeugnisse der Geschichte, Archäologie, Ikonographie, Hagiographie und Spiritualität bietet“. Besonders hebt der Papst diesbezüglich die Apostelfürsten Petrus und Paulus hervor.

Das diesjährige Thema zur Zusammenkunft bezeichnet Benedikt XVI. als mehr denn je von Interesse, um die Theologie und die Spiritualität im Westen und im Osten sowie deren Entwicklung besser zu verstehen. „Der Heilige aus Hippo, ein großer Vater der lateinischen Kirche, ist für die Theologie und Kultur des Abendlandes von grundlegender Bedeutung, während sich die Rezeption seines Denkens in der orthodoxen Theologie ziemlich problematisch erwiesen hat“. Aus diesem Grund werde eine Kenntnis der Reichtümer in Lehre und Spiritualität, die das Erbe des christlichen Ostens und Westens bildeten, nicht nur dafür wichtig, um sie in ihrem Wert zu erkennen, sondern auch für die Förderung einer besseren gegenseitigen Wertschätzung unter allen Christen.

Abschließend bringt der Papst in seiner Botschaft seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das Symposion im Hinblick auf die Entdeckung der lehrmäßigen und spirituellen Gemeinsamkeiten fruchtbar werde und für den gemeinsamen Aufbau des „Gottesstaates“ nützlich sei, in dem die Christen in Frieden und brüderlicher Liebe leben können, die in der Wahrheit des gemeinsamen Glaubens gründen.