Aung Suu Kyi bei Papst Franziskus

Große Übereinstimmung

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 331 klicks

Papst Franziskus empfing gestern in einer Audienz die Politikerin Aung Suu Kyi aus Burma, die zuvor die Ehrenbürgerschaft Roms erhalten hatte. Die heute 67jährige setzt sich seit den späten 80er Jahren für eine gewaltlose Demokratisierung ihres Heimatlandes ein und erhielt dafür 1991 den Friedensnobelpreis, den sie nicht persönlich entgegennehmen konnte, da das Regime sie nicht ausreisen ließ. Erst vor drei Jahren, am 13.November, wurde sie von der Militärregierung Myanmars aus ihrem 15 Jahre andauernden Hausarrest entlassen. Seit 2012 hat sie einen Parlamentssitz inne.

In dem 20minütigen Gespräch würdigte Papst Franziskus Aung Suu Kyis Einsatz für Demokratie und Frieden. Wie Vatikansprecher Pietro Lombardi nach der Begegnung berichtete, bestehe zwischen der Politikerin und dem Pontifex eine große Übereinstimmung, und er nannte Aung Suu Kyi eine „symbolträchtige Figur der asiatischen Welt“. Papst Franziskus bete für das Volk und das Land Myamar und wisse alle Bemühungen um Demokratie und Frieden in Burma zu würdigen, so Lombardi weiter. Offizielle diplomatische Beziehungen zwischen Burma und dem Vatikan gibt es nicht.

Auf einer anschließenden Pressekonferenz in Rom sagte sie über das Treffen mit Papst Franziskus: „Der Heilige Vater machte im Gespräch mit mir eine Bemerkung, mit der ich sehr einverstanden bin: Solche Gefühle wie Hass oder Angst verkleinern den Menschen. Wir brauchen andere Empfindungen: Liebe und Verständnis. Wenn sie sich stärker verbreiten, dann verbessert sich das Verhältnis zwischen Menschen und Völkern.“