Aus Liebe zum Wahnsinn

Mit sechs Kindern in die Welt

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1152 klicks

Eine achtköpfige Familie zu haben, dürfte für viele eine Horrorvorstellung sein, die im Hinblick auf die materielle Seite bei vielen Zeitgenossen Kopfschütteln hervorriefe. Großfamilien scheinen nur noch etwas für religiöse Fundamentalisten oder verantwortungslose Sozialleistungsempfänger zu sein. Ein Ehepaar aus dem Münchener Raum zeigt in einem heiteren Buch, wie dieser alltägliche Wahnsinn, sein Leben zu komplizieren, funktionieren kann.

Der Vater, Georg Gadeggianini, ist Journalist, Redakteur und Kolumnist, die Mutter Romanistin. Mit einer Familie in Durchschnittsgröße zog man nach Italien, dann nach Edinburgh und schließlich nach Tel Aviv, jeweils mit einem Kind mehr. Heute lebt die Familie wieder in einer kleinen Wohnung in München, mit Wohn-und Schlafküche.

Darf man Billigbier trinken, eine ausgepolsterte Bananenkiste als Babybettchen vorsehen? Muss man sich so etwas heute antun? Und übrigens, dürfen Kinder Kampfflugzeuge malen?

Die Autoren sind der Meinung: Ja. Und es macht glücklich. Es bleibt immer ein Wagnis, ein Ausbruch aus einer komfortablen Zone, ein Sprung ins Ungewisse. Aber ein so verkompliziertes Leben macht glücklich, macht fröhlich. „Elternsein bedeutet (finanzielle) Mangelverwaltung, Zeit, Souveränität, Aufmerksamkeit, Gelassenheit“, heißt es. Mal geht auch ein Sprung daneben. Aber: Es ist einfach die Fülle des Lebens.

Buchtipp:Georg Cadeggiani: Aus Liebe zum Wahnsinn. Mit sechs Kindern in die Welt. Fischer Verlag, Frankfurt/M, 2012. € 9,99