Auseinandersetzungen zwischen Rebellen im Norden von Mali

Unabhängigkeitsbewegung und Radikalislamisten sind definitiv gespalten

| 825 klicks

ROM, 11. Juni 2012 (ZENIT.org). - „Die Spaltung zwischen den beiden Gruppen ist endgültig“, erklärte der Sekretär der Bischofskonferenz von Mali, Pfarrer Edmond Dembele, gegenüber dem Fidesdienst, womit die Nachrichten von Auseinandersetzungen zwischen der Unabhängigkeitsbewegung und der radikalislamischen Bewegung „Ansar Dine“ bestätigt wurden. Die beiden Gruppen kontrollieren seit März dieses Jahres den Norden Malis. Sie waren zunächst um Verständigung bemüht.

Wie aus Agenturberichten hervorgeht, sollen es zu Ausschreitungen zwischen den beiden Gruppen in Kidal gekommen sein. „Wir wissen noch nicht, wie die genaue Bilanz der Ausschreitungen aussieht, da es unterschiedliche Informationen gibt“, fuhr der katholische Geistliche fort. Unterdessen scheint die Spaltung zwischen den Gruppen nicht nur politischer und religiöser, sondern auch ethnischer Art zu sein. „Man sollte bedenke, dass die arabischen Einwohner aus dem Norden von Mali vor Kurzem in Mauretanien eine neue Gruppierung gegründet haben, die die Rebellen aus Timbuktu vertreiben und diese Region wieder dem Rest des Landes anschließen will“, so Pfarrer Dembele.

Unterdessen sei die Entsendung einer afrikanischen Friedenseinheit zur Unterstützung der regulären Armee noch umstritten: „Die einheimischen Soldaten scheinen die Stationierung einer afrikanischen Einheit im Norden von Mali nicht zu befürworten“, bemerkte der Sekretär der Bischofskonferenz, „sie wünschen sich vielmehr logistische und materielle Unterstützung, da sie der Meinung sind, dass es im Land ausreichend gut gewillte Soldaten zur Bekämpfung der Rebellen gibt. „Die Einwohner des Landes sind sich uneinig, denn es gibt Leute, die so denken wie das einheimische Militär, und andere, die ein direktes Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft befürworten“, schloss Pfarrer Dembele.