Ausländern wohlwollend begegnen: Rumänischer Premierminister dankt Papst Benedikt XVI.

Begegnung im Vatikan

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ROM, 8. November 2007 (ZENIT.org).- Der rumänische Premierminister Călin Popescu-Tăriceanu kam am Mittwoch im Vatikan mit Papst Benedikt XVI. zusammen. Er dankte ihm dafür, die Menschen zur Toleranz gegenüber Einwanderern zu bewegen. In der vergangenen Woche hatten die italienischen Behörden mehrere rumänische Einwanderer ausgewiesen.



Der Besuch des Premierministers fand nach Angaben von Jesuitenpater Federico Lombardi, dem Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, im Anschluss an die Generalaudienz statt. Popescu-Tăriceanu habe dem Papst während der kurzen Unterredung für alle Bemühungen seitens des Heiligen Stuhls und der Kirche gedankt, die darauf abzielen, Einwanderer willkommen zu heißen und die Menschen zur Toleranz zu erziehen, sowie für die diesbezüglichen Worte des Heiligen Vaters beim Angelus am vergangenen Sonntag. Benedikt XVI. hatte darauf hingewiesen, wie wichtig Aufnahme und Sicherheit seien.

Über das Thema Einwanderung wird in Italien gegenwärtig heftig diskutiert: Ein 24 Jahre alter rumänischer Zigeuner wurde in der vergangenen Woche verhaftet, weil er die Frau eines italienischen Marineoffiziers vergewaltigt und ermordet haben soll. Am Samstag wurde das Zigeunerlager in Rom, in dem der mutmaßliche Täter gelebt hatte, von den Behörden niedergerissen. Bereits am Mittwoch davor hatte die italienische Regierung ein Dekret erlassen, das die Abschiebung von EU-Bürgern erlaubt, die als gefährlich eingestuft werden. In der Folge wurden rund 20 Rumänen des Landes verwiesen.

Der italienische und der rumänische Premierminister appellierten gestern gemeinsam an die EU, nach Lösungen für die Einwanderungsproblematik zu suchen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei den umherziehenden Zigeunern geschenkt werden.

Seit dem EU-Beitritt Rumäniens Anfang 2007 sind zahlreiche Bewohner dieses Landes nach Italien ausgewandert. Mit 500.000 Personen bilden sie heute die größte fremdländische Gemeinde und stellen ein Prozent der italienischen Gesamtbevölkerung.