Ausschreibung des 26. Fernando-Rielo-Preis für Mystische Poesie

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MADRID, 14. Juli 2006 (ZENIT.org).- Die Stiftung Fernando Rielo wird in diesem Jahr zum 26. Mal den mit 7.000 Euro dotierten Preis für mystische Poesie verleihen. Eingereicht werden können bisher unveröffentlichte Gedichte, die auf Spanisch oder Englisch verfasst beziehungsweise in eine dieser beiden Sprachen übersetzt wurden.



Laut Auskunft der Organisatoren geht es bei dem Thema Mystik um jene Form von Poesie, die "die geistigen Werte des Menschen in ihrer tieferen Bedeutung zum Ausdruck bringt". Die zur Auswahl vorgeschlagenen Werke sollen mindestens 600 und höchstens 1.300 Verse aufweisen und auf dem Postweg oder auf elektronischem Weg (als pdf-Datei) der Stiftung zugehen, die ihren Hauptsitz in der spanischen Hauptstadt Madrid hat. Abgabetermin ist der 15. Oktober 2006.

Fernando Rielo Pardal (1923-2004) wurde in Madrid geboren. 1959 gründete er auf Teneriffa die Missionare Identes. Am 22. Oktober 2004 wurden sie als "Institut geweihten Lebens" nach Diözesanrecht anerkannt. Das Leben und Verkünden der Liebe des himmlischen Vaters bilden den Kern der Spiritualität dieser jungen Gemeinschaft, die sich vor allem um zwei Dinge bemüht: Jenen Menschen das Evangelium zu verkünden, die den Glauben verloren oder noch nicht gefunden haben – insbesondere den Jugendlichen –, und um die Förderung des Dialogs mit Intellektuellen im Kultur- und Universitätsbereich.

Die Missionare Identes sind in 25 Ländern. In Deutschland sind sie in den Diözesen Berlin und Köln (Neuss) tätig.

Fernando Rielo hat neben der religiösen Gemeinschaft auch die internationale Idente-Jugend, die Idente-Schule (Institut zur Erforschung der Geisteswissenschaften) und die Fernando Rielo Stiftung gegründet. Letztere veröffentlicht metaphysische, mystische, pädagogische und poetische Schriften. Jahr für Jahr wird der Weltpreis für mystische Poesie vergeben, dessen Verleihung 1993 im Kölner Rathaus stattfand.

Unter "mystischer Poesie" verstand Rielo einen "poetisch hochwertigen Ausdruck verschiedener tief persönlicher Erfahrungen, die in Freud und Leid die Seele mit Gott verbinden: beim christlichen Dichter mit der Heiligen Dreieinigkeit, beim nichtchristlichen Dichter nur mit Gott allein. Mystische Poesie hat das Bekenntnis des eigenen Glaubens zum Ziel. Das unterscheidet sie von der religiösen Dichtung, die nicht so sehr kreative innere Erfahrungen zum Ausdruck bringt, sondern eher das Gefühlsmäßige."

Im Jahr 2004 wurde Msgr. Gilber Gómez González, Weihbischof von Abancay in Peru, für seine Anthologie von Gedichten zum “Via Lucis” ("Weg des Lichts") mit dem internationalen Preis ausgezeichnet. Im Gespräch mit ZENIT ging der Bischof näher auf sein Werk ein und sagte: "Unter mystischer Poesie verstehe ich eine wunderschöne Art, wie sich die Gemeinschaft des Menschen mit Gott ausdrücken lässt. Jeder Christ ist dazu berufen, sich mit Christus zu identifizieren. Er soll selber ein 'alter Christus', ein 'anderer Christus' sein, ja sogar 'ipse Christus' ('Christus selbst'), und so das Leben Christi leben. Das Wunderbare am Evangelium ist nicht, dass es das Leben Christi enthält, sondern auch dein und mein Leben… Diese Identifikation in prächtigen Worten auszudrücken, das ist die Aufgabe des Dichters."