Ausstellung „Christsein im Alltag“: 50 Jahre Opus Dei in Österreich

Vom 22. Mai bis zum 26. Juni in der Wiener Peterskirche

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WIEN, 21. Mai 2007 (ZENIT.org).- Am 22. Mai 1957 nahm die vom heiligen Josemaría Escrivá 1928 gegründete Personalprälatur Opus Dei die apostolische Arbeit in Österreich auf. Aus diesem Anlass wird der Sankt Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng, der dem „Werk Gottes“ angehört, am heutigen Montagabend in der Krypta der Wiener Peterskirche die Ausstellung „Christsein im Alltag“ eröffnen, die bis zum 26. Juni, dem Festtag des Heiligen, bei freiem Eintritt besucht werden kann. Kardinal Schönborn wird am 26. Juni um 12.30 Uhr die Jubiläumsfeiern mit der Zelebration eines Festgottesdienstes abschließen.



Wie der Kurator der Ausstellung, Dr. Richard Estarriol, am Montagvormittag in Wien betonte, gehe es vor allem darum, „die Botschaft des Opus Dei deutlich zu veranschaulichen“. In diesem Sinn wolle man die Schau in der Krypta, die 18 Tafeln und vier Vitrinen mit historisch wertvollen Gegenständen umfasst, als „Ort der Begegnung und der Kommunikation“ nutzen. Er wies darauf hin, dass die Mitglieder des Opus Dei als „Säleute des Friedens und der Freude“ der Kirche in einer neuen Weise dienten: nicht im Verwaltungsbereich, sondern in erster Linie „draußen, in der Arbeitswelt“ – dort, wo die Kirche nicht oder nicht mehr hinkomme.

Der Regionalvikar des Opus Dei in Österreich, DDr. Martin Schlag, hob bei der Pressekonferenz hervor: „Wir sind eine Institution der katholischen Kirche, deren Ziel es ist, den allgemeinen Ruf zur Heiligkeit zu verbreiten, das heißt wir bemühen uns, im großen Orchester der Kirche ein Instrument zu sein, das aber einen spezifischen Part spielt: möglichst viele Frauen und Männer daran erinnern, dass sie Gott dort finden können, wo sie schon sind, und dass es nicht nötig ist, die Welt zu verlassen oder den Weg einer geistlichen Berufung einzuschlagen. Unser Spezifikum ist die Heiligung der Arbeit und der gewöhnlichen Umstände des Alltags, wie Jesus das den Großteil seines Lebens in Nazareth getan hat.“

Derzeit ist das Opus Dei in Österreich mit Bildungseinrichtungen wie Studentenheimen, Jugendclubs oder Kulturzentren in Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Linz, Dornbirn präsent sowie einem Tagungshaus in Dreistetten (NÖ). Alle diese Einrichtungen werden als zivile Institutionen geleitet. In Österreich gibt es nach Angaben von Msgr. Schlag 350 Mitglieder und 1.600 Mitarbeiter und Freunde des Opus Dei. Er erhoffe sich in den kommenden Jahren einen Ausbau des seelsorglichen Angebots, insbesondere auch im ländlichen Bereich. „Die wichtigste Tätigkeit der Mitglieder des Opus Dei ist ihr eigener ziviler Beruf und das christliche Zeugnis, das sie dort zu geben versuchen.“

Der Regionalvikar kündigte an, dass sich die Arbeit der Personalprälatur in Tschechien und der Slowakei, die bisher von Österreich aus geleitet wurde, „verselbstständigen“ werde. „Inzwischen haben wir den Aufbau der apostolischen Bildungsarbeit in Rumänien übernommen“, fügte er hinzu.

Für Marina Gudenus, die als Ehefrau und sechsfache Mutter dem Opus Dei angehört, besteht der Kern der gelebten Botschaft des heiligen Josefmaria Escrivà (1902-1975) darin, „sich in Gott als der Mitte eines bunten Alltags zu verankern“. Es genüge nicht, als Sonntagschrist zu leben, „die Religiosität am Sonntagabend wie einen Mantel an den Haken zu hängen“, bekräftigte sie. Die Beziehung zu Gott müsse sich für einen Laien von Montag bis Sonntag in seinem Alltag widerspiegeln, für Verheiratete insbesondere in der Liebe zu ihrem Ehepartner. Die Spiritualität des Opus Dei helfe ihr, den reichen Schatz an Gebetstraditionen in der katholischen Kirche und die Sakramenten, insbesondere die Mitfeier der Eucharistie, als Quelle der Kraft für den Alltag zu entdecken. „Viele Menschen fragen nach Gott, aber sie haben nicht unbedingt einen Draht zur Pfarre oder zur Kirche. In meinem Leben als Christ ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, die ich gerne nütze, andere Menschen mit der Freude an einem Leben mit Gott anzustecken“, so Marina Gudenus.

Die Ausstellung bietet einen Einblick in die wichtigsten Stationen der Tätigkeit der Personalprälatur in Österreich, darunter der Beginn des ersten Studentinnenheims „Währing“ in Wien 1960, dem Pendant für Burschen, „Birkbrunn“ im Jahr 1964. Später wurden Zentren in Graz (1968), Salzburg (1983), Dreistetten (1984) – ein Tagungshaus –, sowie Innsbruck (1987), Dornbirn und Linz (1999) errichtet. Im Jahr 1970 hatte Kardinal Franz König die Peterskirche in der Wiener Innenstadt der seelsorglichen Betreuung dem Opus Dei anvertraut.

Das Rahmenprogramm der Ausstellung, die bis zum 26. Juni läuft, umfasst Informationsabende über das Opus Dei, eine Lesung von Texten des heiligen Josefmaria Escrivà von Burgschauspieler Michael König sowie Vorträge und Dokumentarfilme über Leben und Wirken der weltweit wirkenden Mitglieder der katholischen Personalprälatur. Höhepunkt der Jubiläumsfeiern ist der angesprochene Festgottesdienst mit Kardinal Christoph Schönborn am 26. Juni, dem Festtag des 2002 heilig gesprochenen Opus Dei-Gründers Josefmaria Escrivà de Balaguer.

In Deutschland begann die Arbeit des Opus Dei 1952, in der Schweiz 1956.

[Ausstellung „Christsein im Alltag. 50 Jahre Opus Dei in Österreich“; Wiener Peterskirche, Krypta (rechter Seiteneingang); Mo bis Fr 14.00 - 18.00 Uhr; Sa, So und Feiertage 16.00 - 20.00 Uhr (Eintritt frei); Telefonische Anmeldung für Gruppen oder Führungen (auch außerhalb der Öffnungszeiten) unter 01/503 98 58]