Australische Familienexperten gegen Kind auf Bestellung

Kinderrechte durch Gesetzesvorlage bedroht

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BRISBANE, 9. Februar 2010 (ZENIT.org ).- Über die Legalisierung von Leihmutterschaft soll am Mittwoch in der Volksvertretung des nordostaustralischen Bundesstaats Queensland entschieden werden. Ehepaare, aber auch homosexuelle Gemeinschaften und Alleinstehende können sich dann zwar kein Kind kaufen, jedoch auf nicht-kommerziellem Wege beschaffen. Der Familienrat von Queensland wandte sich kürzlich in einem Schreiben gegen die Freigabe dieser Praxis. David van Gend, Sprecher der Organisation, und Alan Baker, deren Präsident, sehen darin eine Verletzung gegen das Recht des Kindes, grundsätzlich mit Mutter und Vater auf die Welt zu kommen.

Die Familienexperten kritisieren, dass durch so ein Gesetz unter dem biederen Deckmäntelchen, einen letzten Ausweg für unfruchtbare Paare eröffnen zu wollen, letztlich ein grundlegendes Recht des Kindes missachtet werde. Sie fragen: „Mit welchem Recht erlaubt eine Regierung Erwachsenen, das erste Recht eines Kindes zu beschneiden und sein grundlegendstes emotionales Bedürfnis zu missachten: eine Mama und einen Papa in seinem Leben zu haben?"

Geburtsurkunden werden, van Gend und Baker zufolge, durch dieses Gesetz legal gefälscht. Sie sehen sich in der UN-Kinderrechtskonvention in ihrer Position bestätigt, in der es heißt, Kinder sollten nur in Ausnahmesituationen von der Mutter getrennt werden. Durch ein derartiges Gesetz zur Legalisierung der Leihmutterschaft werde zugelassen, dass ein Junge oder ein Mädchen ohne Mutter leben muss, nur um dem Bedürfnis zweier Männer gerecht zu werden, die ein eigenes Kind haben wollen.

„Es ist ein Angriff auf das Herz und das Gemüt eines kleinen Kindes. Und jedes Mitglied des Parlaments, das für dieses Gesetz stimmt, macht sich an diesem Angriff mitschuldig", heißt es in dem Schreiben weiter. Der Familienrat von Queensland hat auch eine eigene Kampagne gegen die Gesetzesvorlage initiiert, unter dem Titel „Kinderrechte zählen". Die Organisation will damit die Öffentlichkeit auf die psychischen Folgen von Leihmutterschaft bei den Kindern aufmerksam machen.

Das Gesetz stößt bei allen christlichen Konfessionen, aber auch bei Juden und Muslimen auf heftigen Widerstand. Alan Baker und David van Gend sind vor allem gegenüber der Regierung skeptisch, die ihrer Meinung nach diese Vorlage eilig durchbringen will, bevor weitere Bevölkerungsgruppen überhaupt verstehen, welch erheblichen Eingriff die Regelung für die betroffenen Kinder darstellt. (mk)