Australische Regierung bittet Ureinwohner um Vergebung

Prophetischer Moment für die Geschichte des Landes

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CANBERRA, 18. Februar 2008 (ZENIT.org).- Der australische Premierminister Kevin Rood hat sich im Namen der australischen Regierung bei den Ureinwohnern des Landes, den Aborigines, mehrmals formell entschuldigt und um Vergebung gebeten.

Gegenüber den 450.000 Aborigenes, die heute noch unter den rund 21 Millionen Australiern leben, entschludigte sich der Premier für „die tiefe Trauer, das Leiden und den Verlust", den die Ureienwohner in der Vergangenheit hatten erleiden müssen.

Katholische Kreise in Australien bekundeten nach Angaben der Nachrichtenagentur Fides der Kongregation für die Evangelisierung der Völker ihre Freude über diese Geste, die auf allen Ebenen als Vorzeichen der Versöhnung bewertet wurde. Im Namen der Australischen Bischofskonferenz bezeichnete deren Vorsitzender, Erzbischof Philip Wilson, das Ereignis als „einen prophetischen Moment für die Geschichte des Landes“, die der Hoffnung auf eine bessere Zukunft neue Pforten öffne.

„Heute erinnern wir an unsere Erklärung aus dem Jahr 1998, in der wir als Kirche die Opfer einer Politik, die Familien auseinander gerissen hat und zu großem Schmerz und Leid führte, im Hinblick auf die Rolle, die wir selbst dabei eventuell gespielt haben, um Vergebung baten“, so der Erzbischof. „Heute möchten wir unser Engagement dafür bekräftigen, dass der Prozesse der Heilung zum Wohl der Opfer einer ungerechten Politik in der Vergangenheit fortgesetzt wird, indem wir auf die Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung antworten und weiterhin nationale Aussöhnung propagieren.“

Der Rat der katholischen Priester schloss sich dem Chor des Lobes für die mutige Geste der Regierung an. Der Vorsitzende des Rates, Pfarrer Ian McGinnity, erinnerte an das Leid, das viele Aborigines in der Vergangenheit hatten erfahren müssen, und betonte, dass sich heute viele katholische Priester an vorderster Front für Bildung und Entwicklung in Aborigines-Gemeinden einsetzten: „Wir möchten das Wohlergehen der australischen Ureinwohner in Zusammenarbeit mit allen Menschen guten Willens fördern“ und damit zum Aufbau einer „leuchtenden Zukunft für alle Australier beitragen“.

Der Bischofsvikar für Gerechtigkeit und Soziales der Erzdiözese Melbourne, Mgr. Christopher Prose, bekräftigte: „Diese Bitte um Vergebung ist ein großer Fortschritt auf dem langen Weg der Genesung und der Versöhnung. Unsere Diözese steht weiterhin an der Seite unserer Brüder und Schwestern aus dem Volk der Aborigines.“

Organisationen, in denen sich katholische Ordensleute zusammenschließen, und die katholische Laienverbände in Australien forderten die Regierung unterdessen auf, auf dem nun angetretenen Weg voran zu schreiten und Projekte für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der Aborigines-Gemeinden zu finanzieren und zu verwirklichen, damit das Wohlergehen dieser Bevölkerungsteile wachse und ihre Integration in die australische Gesellschaft tatsächlich stattfinde.