"Avanti donne" - Frauen mit Behinderung in der Schweiz

Dringender Handlungsbedarf in Gesellschaft und Politik

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 384 klicks

In der Schweiz leben rund 1,2 Millionen behinderte Menschen, davon sind 700.000 weiblich, so die Informationsplattform „humanrights.ch“.

Das Themendossier „Avanti donne“, das im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) erstellt wurde, setzt sich insbesondere mit der Situation von Frauen und Mädchen mit Behinderung auseinander.

Frauen mit Behinderung seien immer noch einem größeren Risiko ausgesetzt, benachteiligt und diskriminiert zu werden. Deshalb hält das Dossier ausdrücklich fest: „Menschen sollen weder wegen ihres Geschlechts noch wegen einer Behinderung benachteiligt werden. Für viele Frauen mit Behinderungen ist dieser Anspruch noch nicht eingelöst.“

Aus dem Bericht „Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen: Frauen“, der das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Mann und Frau und des EBGB ist, ergibt sich, dass bislang auch die Behindertenpolitik den besonderen Bedürfnissen behinderter Frauen nicht in ausreichendem Maße Rechnung getragen hat. Deshalb sehen die Gleichstellungsbüros dringenden Handlungsbedarf. Die bisherigen Versäumnisse erklären sich die Fachleute damit, dass Behinderte häufig nicht als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft, sondern als geschlechtslose Menschen dritter Kategorie wahrgenommen würden.

Wichtig sei es deshalb, behinderte Frauen in den Bereichen Bildung, Erwerbsarbeit und Gesundheit zu unterstützen. Leider schenkten auch die Medien behinderten Frauen oftmals nicht das erforderliche Interesse. „Über die Lebenssituation und die spezifischen Bedürfnisse behinderter Frauen und Mädchen in der Schweiz gibt es wenig fundiertes und detailliertes Wissen. Entsprechend gering erscheint die Notwendigkeit, etwas an ihrer Situation zu ändern“, so das EBGB.