Barmherzigkeit, der Kern des Evangeliums: Benedikt XVI. würdigt seinen Vorgänger

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ROM, 31. März 2008 (ZENIT.org).- Die Barmherzigkeit Gottes vollbringt das, was aus menschlicher Kraft allein unmöglich ist. In seiner Ansprache vor dem österlichen Mariengebet „Regina Caeli“ am gestrigen Barmherzigkeitssonntag verwies Papst Benedikt XVI. auf die göttliche Barmherzigkeit als das Wesen des Evangeliums. Der Heilige Vater fasste zudem das geistliche Erbe Johannes Pauls II. zusammen, dessen dritter Todestag auf den kommenden Mittwoch, 2. April, fällt.



Benedikt XVI. erinnerte daran, dass sein Vorgänger Johannes Paul II. im Jahr 2000 in Verbindung mit der Heiligsprechung von Sr. Faustina Kowlaska verfügte hatte, dass die ganze Kirche den zweiten Ostersonntag oder „Weißen Sonntag“ als den „Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit“ begehe. Die Barmherzigkeit sei der „zentrale Kern der Botschaft des Evangeliums“ und der „Name Gottes selbst“. In ihr offenbare Gott sein Antlitz als Mensch gewordene Schöpfer- und Erlöserliebe.

Auch das Antlitz der Kirche sei vom Licht dieser Barmherzigkeit erleuchtet, die sowohl im sakramentalen Leben als auch in gemeinschaftlichen und individuellen Werken der Nächstenliebe sichtbar Gestalt annehme. Das gesamte Wirken der Kirche sei von der Barmherzigkeit Gottes dem Menschen gegenüber bestimmt.

Die göttliche Barmherzigkeit sei es, so Benedikt XVI., die in den Herzen der Menschen Frieden stiftet. Ihr entspringe der wahre Friede in der Welt, „der Friede unter den verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionen“.

Der Papst sprach anschließend über den Todestag des „Apostels der Göttlichen Barmherzigkeit“ Johannes Paul II, an jenen „unvergesslichen Abend“ des 2. April 2005, der ausgerechnet der Vorabend des Barmherzigkeitssonntags war. Die Kernbotschaft seines Pontifikats ließe sich mit dem Wort Barmherzigkeit zusammenfassen.

Karol Wojtyla habe seine Sendung als „Dienst an der Wahrheit über Gott und den Menschen und des Friedens in der Welt“ aufgefasst. Und wie die heilige Faustina Kowalska habe auch Johannes Paul II. die Menschen zum Antlitz Christi hingeführt, das die höchste Offenbarung der Barmherzigkeit Gottes darstelle. „Dieses Antlitz ständig zu betrachten: dass ist das Erbe, das er uns hinterlassen hat und das wir mit Freude annehmen und uns zu Eigen machen.“

Am Ende seiner Ansprache erinnerte Papst Benedikt XVI. die Pilger und Gläubigen an den ersten Weltkongress der Göttlichen Barmherzigkeit, den er am kommenden Mittwoch mit einer feierlichen Messe auf dem Petersplatz anlässlich des dritten Todestages Johannes Pauls II. eröffnen wird.

Nach dem Gebet der „Regina Caeli“ begrüßte der Papst in besonderer Weise all jene, die zuvor an der Heiligen Messe teilgenommen hatten, die Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone SDB zum Fest der Göttlichen Barmherzigkeit in der Kirche Santo Spirito in Sassia zelebriert hatte. Zugleich gedachte der Papst der Seligsprechung von Celestina Donati, die gestern Nachmittag in Florenz gefeiert wurde. Im Namen des Heiligen Vaters stand Kardinal Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, der Zeremonie vor. Die 1925 gestorbene italienische Ordensfrau Celestina (Anna Maria) Donati gründete die Kongregation der Armen Töchter vom heiligen Josef Calasanz und sich ganz in den Dienst der Ärmsten der Armen gestellt.

Nach einer Woche Erholung in der Päpstlichen Sommerresidenz von Castel Gandolfo kehrte Benedikt XVI. am Sonntagnachmittag wieder in den Apostolischen Palast im Vatikan zurück, um mit neuen Kräften sein übliches anspruchsvolles Tagesprogramm wieder aufzunehmen.