Befreiung vom Hunger ist ein Ausdruck des Rechts auf Leben, so der Papst

Botschaft anlässlich des Welthungertages

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VATIKAN, 18. Oktober 2002 (ZENIT.org).- Papst Johannes Paul II. sagte am Donnerstag in seiner Botschaft an den Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft in Rom (FAO), Jacques Diouf anlässlich des Welthungertages, dass es ein Ausdruck des Rechts auf Leben und der Achtung der Menschenwürde sei, die Menschheit vom Hunger zu befreien.



Und er wies auf die vom Weltgipfel gegen den Hunger eingegangenen Verpflichtungen hin. Das Gipfeltreffen fand dieses Jahr in Rom statt und zwar vom 10. bis 13. Juni.

In diesem Sinne erinnerte er daran, dass "es vornehmlicher Ausdruck des Rechts auf Leben und der Achtung der Menschenwürde ist, die Menschen schlechthin vom Hunger zu befreien und Zugang zur gesunden Ernährung zu gewährleisten, was ja allzu oft feierlich proklamiert wurde, doch dessen Umsetzung noch weit entfernt ist".

"Während die menschlichen Errungenschaften den menschlichen Erfordernissen angemessene Zukunftsmöglichkeiten bieten, bleibt die Welt tragisch zwischen denen, die im Überfluss leben und denen, die sogar das Notwendigste zum täglichen Überleben entbehren müssen, gespalten".

"Das stellt eines der augenscheinlichsten Hindernisse zur Errichtung einer menschenwürdigen Gesellschaft und einer wirklich menschlichen und brüderlichen Welt dar".

Sodann analysiert der Papst das Thema des Welthungertages 2002 "Wasser, Quelle der Ernährungssicherheit" und fordert die internationale Staatengemeinschaft und die Organisationen der UNO auf "wirksamer und sichtbarer" in dieser Angelegenheit zu intervenieren.

"Bei diesen Bemühungen muss das oberste Ziel der internationalen Staatengemeinschaft das Wohlergehen dieser Menschen sein, die in den ärmsten Teilen der Welt leben und daher in jeder Hinsicht Entbehrung erdulden oder unter schlechter Nutzung von Wasserquellen leiden".

"Wir wissen alle, dass ohne Beachtung der ethischen und moralischen Grundprinzipien, welche einem jeden Menschen ins Herz und Gewissen eingegeben sind, dieses Ziel nicht erreicht werden kann".

"Die Schöpfungsordnung und ihre empfindliche Harmonie sind in Gefahr oder bereits unwiederbringlich kompromittiert".

"Mit anderen Worten sind die technischen Lösungen abgesehen von den bereits entwickelten nicht sehr hilfreich, wenn sie nicht den zentralen Charakter der menschlichen Person berücksichtigen, die in ihren geistigen und humanen Dimensionen das Maß aller Rechte ist und daher das Orientierungskriterium der Programme und der Politik sein muss", so der Papst.

"Der erste Schritt bei diesen Bemühungen muss sein, erneut ein vertretbares Gleichgewicht zwischen Konsum und verfügbaren Reserven zu gewinnen", erklärt Johannes Paul II..