Begegnung mit dem Islam in Kamerun

„Die einzig wahre Stimme ist die des Dialogs"

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YAOUNDÉ, 18. März 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. wird seine Afrika-Reise auch zur interreligiösen Begegnung nützen. In Kamerun, wo das Christentum mit 42 Prozent den größten Anteil in der Bevölkerung stellt und zahlreiche traditionelle afrikanische Religionen in Summe etwa 30 Prozent ausmachen, bekennen sich zwischen 20 uns 22 Prozent der Bevölkerung zum Islam. Morgen, am 19. März, wird der Papst in der Apostolischen Nuntiatur von Yaoundé Vertreter der islamischen Gemeinschaft treffen.

Der Islam in Kamerun ist tolerant und - anders als in anderen afrikanischen Staaten - verschont von extremistischen Strömungen. Erstmals erreichte der Islam das Territorium im Jahr 1715; damals kamen die meisten Muslime vom benachbarten Tschad und suchten die Nähe zum Meer, um ihre beruflichen Tätigkeiten besser verrichten zu können. Besonders im Norden Kameruns, aber auch im Landesinneren ist der Islam stark vertreten.

Im Jahr 1985 widmete Papst Johannes Paul II. bei seinem Kamerun-Besuch der Begegnung mit lokalen islamischen Vertretern besondere Aufmerksamkeit. Damals betonte der Papst den friedlichen Charakter des Zusammenlebens von Katholiken und Muslimen. Kamerun bezeichnete er als „pluralistische Gesellschaft", in der Angehörige verschiedener Religionen Seite an Seite miteinander lebten.

Es sei „eine der großen Herausforderungen der Menschheit, heute zu lernen, in einer friedlichen und konstruktiven Weise zusammenzuleben", erklärte Papst Johannes Paul II. damals. Wichtig sei es zu erkennen, „dass wir in einer Epoche der Polarisierung leben". Der direkte Vorgänger Benedikts XVI. warnte vor bestimmten Ideologien, die von der alleinigen Gültigkeit ihres eigenen Standpunkts überzeugt seien und andere ausschlössen, „indem sie ihre eigenen Rechte verteidigen und die der anderen ignorieren". Christen wie Muslime rief der Papst dazu auf, diesen Tendenzen Widerstand zu leisten.

„Die einzig wahre Stimme ist die des Dialogs." Und das schließe ein, den Glauben des anderen kennen zu lernen und angesichts von Unterschieden tolerant zu bleiben.