Begegnung von Papst Franziskus und italienischem Staatspräsidenten

Arbeit und Familie die großen politischen Anliegen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 459 klicks

Am gestrigen Donnerstag besuchte Papst Franziskus den italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano in dessen Amtssitz, dem Quirinalspalast in Rom. Es handelte sich um den ersten Staatsbesuch des Pontifex in Italien. In seiner Ansprache sagte er, die katholische Kirche und der italienische Staat hätten dieselben Sorgen.

„Der aktuelle Moment ist von der Wirtschaftskrise gezeichnet, die nur schwer abzieht. Zu ihren schmerzhaftesten Folgen zählt eine ungenügende Verfügbarkeit von Arbeit. Es ist nötig, die Anstrengungen zu vervielfachen, um die Folgen (der Arbeitslosigkeit) zu mildern und um jedes Zeichen der Erholung aufzugreifen und zu verstärken.“

Papst Franziskus äußerte gegenüber dem italienischen Staatspräsidenten ebenfalls seine großen Sorgen um die Familie, die im Mittelpunkt der Hoffnungen und der sozialen Probleme stehe.

„Mit frischer Überzeugung fördert die Kirche weiterhin den Einsatz aller, des Einzelnen wie der Institutionen, zur Unterstützung der Familie. Sie ist der hauptsächliche Ort, an dem ein menschliches Wesen sich formt und wächst, wo die Werte gelernt werden und auch die Beispiele, die sie glaubwürdig machen. Familie braucht Stabilität und Anerkennung der gegenseitigen Bindung, um ihre unersetzliche Aufgabe und ihre Sendung zu realisieren. Sie stellt der Gesellschaft ihre Energie zur Verfügung, und dafür verlangt sie, geschätzt, aufgewertet und geschützt zu werden.“ 

Der Pontifex sagte, mit seinem Besuch wolle er bildlich „an die Tür jedes Einwohners dieses Landes klopfen.“ Auf seinen bisherigen drei inneritalienischen Reisen nach Lampedusa, Sardinien und Assisi habe er viel von der Wirklichkeit Italiens und den Nöten des Landes sehen können. Der Besuch des Papstes im Quirinal war eine Gegenvisite zum Besuch des Staatspräsidenten Napolitano im Vatikan im vergangenen Juni. Vatikansprecher Lombardi hatte das Treffen Ende Oktober bekannt gegeben. Der Quirinalspalast war früher eine päpstliche Sommerresidenz.