Beifall der Katholiken für das Ja zum Gesetz gegen Euthanasie

Eine parteiunabhängige Abstimmung bekräftigt die Ernährungspflicht

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ROM, Donnerstag, 14. Juli 2011 (ZENIT.org). - Mit 287 zustimmenden, 205 ablehnenden Stimmen und 7 Enthaltungen wurde am 12. Juli in der Abgeordnetenkammer Italiens das Gesetz über das Ende des Lebens angenommen. Das Gesetz wird jetzt in den Senat zur endgültigen Anerkennung zurückgereicht.

Die ersten Reaktionen über die Abstimmung kamen von der Bewegung für das Leben, dem Forum der Familienverbände und der Verbindung Wissenschaft und Leben (Scienza & Vita).

„Ich drücke über die Annahme dieses Gesetzes meine vollste Zufriedenheit aus“, sagte Carlo Casini, Präsident der Bewegung für das Leben (Movimento per la Vita, MpV).

„Ich bin vor allem über die Art zufrieden, mit der man zur Annahme gelangt ist“ unterstrich Casini. Die Parteiunabhängigkeit zeigt sich deutlich in der geheimen Abstimmung gewahrt, welche die Arbeiten der Kammer charakterisierte, und erinnert an die Zeiten, die man benötigte, um zur Annahme des Gesetzes Nummer 40 über die künstliche Befruchtung zu gelangen.

„Man muss nämlich die Einigkeit bei der Mehrheit der Regierung, zu der die Solidarität der Udc dazukam, und die Auflösung der Linken zur Kenntnis nehmen“, schloss der Präsident des MpV. „Eine Parteiunabhängigkeit, die Vorbote einer Zukunft ist, in der bezüglich grundlegender Themen eine neue und andersartige Politik gemacht werden kann“.

Lucio Romano, nationaler Kopräsident der Vereinigung Wissenschaft und Leben, erklärte, dass das von der Abgeordnetenkammer angenommene Gesetz „das als Ziel hat, vor der Euthanasie zu bewahren, in der Gewissheit, dass man sich bei der Pflege auf die Verbindung von Vertrauen und Sicherheit verlassen kann.“

„Die Kammer bekräftigte mit ihrer parteiunabhängigen Abstimmung, dass künstliche Ernährung für Personen mit schwersten Behinderungen eine unverzichtbare, lebensnotwendige Unterstützung darstellt“, fügte der Kopräsident von Wissenschaft und Leben hinzu.

„Zuletzt“, schloss Lucio Romano, „ zielt die Gesetzvorlage auf die Aufhebung aller unproportionierten oder experimentellen Behandlungen und drückt außerdem eine klare Ablehnung aus.“

Francesco Belletti, Präsident der Familienverbände, erklärte: „Wir sind zufrieden über die Bemühungen der Kammer zur Annahme des Gesetzes über das Ende des Lebens“.

„Seit Jahren erwartet die italienische Gesellschaft diese Abstimmung, die allzu lange von den Arbeiten der Kommissionen geblockt waren“, erklärte er. Ein Gesetz, das man in drei Tagen hätte machen wollen, aber zu dem man unausweichlich gelangen musste, nachdem man in einer sehr gefährlichen institutionellen Unordnung versuchte, die sehr sensible Schlussphase durch eine Serie von Gerichtsurteilen zu regeln.

„Die Familien, die über viele Jahre hinweg einen Sohn oder ein Elternteil mit schwerster Behinderung pflegen“, betonte Belletti, „sind immer schon die ersten, die ein Gesetz brauchen, das die Vorherrschaft der öffentlichen Verantwortung für die Pflege dem Prinzip des Verlassens oder einer illusorischen Wahlfreiheit bevorzugt.“

[Übersetzung aus dem Italienischen von Josef Stolz]