Belgien: Erster Schritt zur Legalisierung der Euthanasie bei Minderjährigen

Enttäuschung und Trauer bei religiösen Verantwortlichen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 336 klicks

Mit Enttäuschung und Trauer nahmen die religiösen Verantwortlichen in Belgien die Entscheidung des Sozial- und des Justizausschusses des belgischen Senats, die Legalisierung der Euthanasie auf Minderjährige und Geisteskranke auszuweiten. Über die Nachrichtenagentur SIR ließen sie verlauten: „Wir teilen die Angst der Eltern, deren Kinder einem frühen Ende ihres Lebens entgegengehen, vor allem wenn diese leiden. Nichtsdestotrotz sind wir der Meinung, dass palliative Pflege und das Sedieren einen würdigen Weg darstellen, das an einer Krankheit sterbende Kind zu begleiten. Ärzte und Onkologen haben uns das klar bestätigt. Hören wir auf sie.“

Das Schreiben wurde vom obersten Rabbi von Brüssel, Albert Guigui, von Robert Innes von der anglikanischen Kirche, Msgr. André-Joseph Léonard, Präsident der belgischen Bischofskonferenz, Geert Lorein, von der Bundessynode der protestantischen und evangelischen Kirche, vom Metropoliten der orthodoxen Kirche Panteleimon Kontogiannis und Semsettin Ugurlu, Präsident des muslimischen Exekutivausschusses Belgiens, unterschrieben.

Sie sprachen sich gegen eine therapeutische Insistenz aus und erklärten, sie seien für palliative Methoden, da sie die Möglichkeit bieten würden, den Kindern zu helfen und ihr Leiden zu mindern. Es gehe nicht um eine Banalisierung der Umstände, sondern um das Lieben bis zum Ende, das eines unermesslichen Mutes bedürfe. Einem Leben das Ende zu setzen sei ein Schritt des Tötens, der drohe, die Bindungen in einer Familie zu zerstören. Sie schrieben: „Umgeben wir die Patienten, ihre Familien und die Krankenpfleger mit Liebe, und wenn die Krankheit uns die Kranken nimmt, begleiten wir alle Beteiligten mit tiefer Zuneigung und in Respekt für das Leben.“

Gegen das Gesetz sprach sich auch Kardinal Elio Sgreccia aus, Präsident der Organisation „Ut Vitam habeant“ und ehemaliger Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben. Das Gesetz verletze zutiefst das christliche Gewissen vieler Belgier, aber auch die Menschenrechte. Überdies sei das Verlassen der Kinder, der Geisteskranken und der alten Menschen im Moment des programmierten und legalisierten Todes einen weiteren Verfall der Zivilisation. Er stehe für eine Gesellschaft, die ihre Menschlichkeit verloren habe.