Benedikt XVI.: Alle Getauften sind zur Vollkommenheit des christlichen Lebens berufen

Der Heilige Vater erinnert an eine Grundaussage des Zweiten Vatikanischen Konzils

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ROM, 14. November 2005 (ZENIT.org).- Vor rund 80.000 Gläubigen aus aller Welt sprach Benedikt XVI. am Sonntag über die Aufgabe der Laien in der Kirche und betonte dabei, dass \"alle Getauften zur Vollkommenheit des christlichen Lebens berufen sind: Priester, Ordensleute und Laien, jeder entsprechend seinem eigenen Charisma und seiner eigenen besonderen Berufung.\"



Im Anschluss an die Seligsprechung von P. Charles de Foucauld, dem französischen Apostel des Berbervolkes der Tuareg in der Sahara, und den beiden Ordensgründerinnen Maria Pia Mastena und Maria Crocifissa Curcio aus Italien rief der Heilige Vater vor dem Angelusgebet die allgemeine Berufung zur Heiligkeit neu ins Bewusstsein. \"Das Konzil hat den gläubigen Laien große Aufmerksamkeit geschenkt und ihnen in der Konstitution über die Kirche, \"Lumen Gentium\", ein ganzes Kapitel gewidmet, das vierte. Dort werden Berufung und Sendung des Laien erklärt: Sie gründen in der Taufe und Firmung und zielen darauf ab, in der Verwaltung und gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen.\"

In diesem Zusammenhang erinnerte Papst Benedikt auch an das Konzilsdekret über das Laienapostolat, \"Apostolicam Actuositatem\", in dem vor allem betont wird, \"dass die Fruchtbarkeit des Apostolates der Laien von ihrer lebendigen Vereinigung mit Christus abhängt\". Diese Vereinigung werde durch die aktive Teilnahme an der Liturgie genährt und entfalte sich in einem Lebensstil, \"der den Seligpreisungen im Evangelium entspricht\".

Für die Laien seien vor allem \"berufliche Kompetenz, der Sinn für die Familie, das Gespür für die bürgerlichen Pflichten und die sozialen Tugenden von großer Bedeutung\", betonte der Heilige Vater. Alle Getauften seien dazu berufen, den eigenen Glauben persönlich zu bezeugen, aber auch das vom Konzil angeregte \"organisierte Apostolat\" sei notwendig, denn erst durch gemeinsame apostolische Initiativen könne \"auf die öffentliche Meinung, die sozialen Bedingungen und Institutionen\" eingewirkt werden.

Abschließend forderte Benedikt XVI. alle zum besonderen Gebet für die Laien auf: \"Damit in jedem Getauften das Bewusstsein wachsen möge, dass er dazu berufen ist, engagiert im Weinstock des Herrn zu arbeiten und Frucht zu bringen.\"

Nach dem Gebet des \"Engel des Herrn\" begrüßte Benedikt XVI. die Pilgergruppen. Zu seinen Landsleuten sagte er: \"Heute stellt uns die Kirche drei neue Selige vor: Charles de Foucauld, Maria Pia Mastena und Maria Crocifissa Curcio. Dem Ruf Jesu folgend haben sie alles verlassen und sich Gottes Führung ganz anvertraut. Auch ihr Beispiel möge uns helfen, Gott stets den ersten Platz in unserem Leben zu geben.\"