Benedikt XVI. an die Bischöfe aus der Demokratischen Republik Kongo: \"Seid mutige Verteidiger der Würde jedes Menschen und kühne Zeugen der Liebe Christi!\"

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ROM, 7. Februar 2006 (ZENIT.org).- Anlässlich des Empfangs der zweiten Delegation von Bischöfen aus der Demokratischen Republik Kongo erklärte Benedikt XVI. am Montag im Vatikan, dass der Einsatz für den Frieden ein wesentlicher Bestandteil des Evangelisierungsauftrags der Kirche ist. Die Hauptbotschaft der Kirche bestehe aus wenigen Worten: \"Gott ist die Liebe.\"



In den Tagen, die der Audienz mit dem Heiligen Vater vorangegangen waren, hatten Kardinal Frederic Etsou Nzabi Bamungwabi, Vorsitzender der kongolesischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Kinshasa, sowie sechs seiner Amtskollegen aus Afrika im Rahmen ihres \"Ad-limina\"-Besuchs Gelegenheit gehabt, persönlich mit Benedikt XVI. zu sprechen und ihn mündlich und schriftlich über die dramatische Entwicklung in ihrem Land zu informieren. In den Jahren 1998 bis 2003 hatte dort ein blutiger Bürgerkrieg getobt, dessen Wunden den Lebensalltag nach wie vor nachhaltig prägen. Drei Millionen Menschen waren umgekommen.

In seiner Ansprache rief Benedikt XVI. alle Katholiken im Kongo dazu auf, sich mit allen anderen Bevölkerungsteilen zusammenzutun, \"um für den Frieden und die Versöhnung zu arbeiten. Seid mutige Verteidiger der Würde jedes Menschen und kühne Zeugen der Liebe Christi, um eine immer gerechtere und brüderlichere Gesellschaft aufzubauen!\"

In diesem Jahr, das die Bischofskonferenz der Demokratischen Republik Kongo der 1964 getöteten seligen Märtyrerin Anuarite Nengapeta geweiht hat, forderte Benedikt XVI. angesichts der großen Resignation und Mutlosigkeit innerhalb der kongolesischen Bevölkerung die Bischöfe dazu auf, sich vom \"Imperativ der Liebe\" leiten zu lassen. \"Seid Propheten der Gerechtigkeit und des Friedens\", rief er ihnen im Bewusstsein zu, dass sie ihren Dienst \"unter schwierigen Bedingungen\" leisten müssen.

\"Der Dienst der Liebe ist für die Kirche nicht eine Art Wohlfahrtstätigkeit, die man auch anderen überlassen könnte, sondern er gehört zu ihrem Wesen, ist unverzichtbarer Wesensausruck ihrer selbst\", zitierte Benedikt XVI. aus Abschnitt 25 seiner Enzyklika \"Deus caritas est\". Dieser Dienst müsse alle \"lebendigen Kirchengemeinden\" auszeichnen, allen voran die Priester, Ordensleute und alle gottgeweihten Menschen, die ihr Leben der Caritas \"im Dienst der Ärmsten\" gewidmet und sich auf diese Weise \"in glaubhafte Zeugen jener Liebe verwandelt haben, die Christus für jene empfindet. Arbeitet für die Einheit des Volkes Gottes und gebt euch hin, ohne Kräfte zu sparen, damit ein Volk von Geschwistern entstehen kann, die Christus zusammengeführt hat und die von ihm ausgesandt werden.\"