Benedikt XVI. an die Jugend: „Die Liebe ist möglich“

Botschaft zum XXII. Weltjugendtag veröffentlicht

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ROM, 5. Februar 2007 (ZENIT.org).- „Die Liebe ist möglich, und Ziel dieser meiner Botschaft ist es, einen Beitrag zu leisten, damit in jedem von Euch, die Ihr die Zukunft und die Hoffnung der Menschheit seid, das Vertrauen in die wahre, treue und starke Liebe neu geweckt wird“, erläutert Papst Benedikt XVI. zu Beginn seiner Botschaft zum diesjährigen Weltjugendtag, die am Montag vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde.



Der Heilige Vater unternimmt in seinem Schreiben den Versuch, den Jugendlichen den Zugang zur wahren Liebe zu erschließen, und wählt dazu einen Weg, der zur „Entdeckung der Liebe“ hinführen soll.

Dieser Weg macht an drei Stationen Halt, an denen Benedikt XVI. Erörterungen über drei grundlegende Wahrheiten anstellt: Zunächst macht er darauf aufmerksam, dass es nur „eine einzige Quelle der Liebe gibt, und das ist Gott“. Danach unterstreicht er, dass wir in Jesus Christus „die Liebe in ihrer ganzen Tragweite kennen gelernt“ haben: „Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt und den Hass aus dem Herzen des Menschen vertreibt. Das ist die wahre Revolution, die er bringt: Liebe.“ Schließlich weist er darauf hin, worum es bei der christlichen Liebe eigentlich geht: Den Nächsten so zu lieben „wie Christus uns liebt“.

Ausgehend von diesen Grundprinzipien in Sachen Liebe betrachtet Benedikt XVI. in der Folge jene Bereiche, in denen das Liebeszeugnis der Jugendlichen in besonderer Weise gefragt ist. Der erste dieser Bereiche ist die Kirche, das heißt die jeweilige Pfarrei, Gemeinschaft oder Jugendgruppe.

„Sorgt Euch darum, das Wohl des anderen zu suchen“, so die Aufforderung des Papstes. „Zögert nicht, freudig auf einige Eurer Vergnügungen zu verzichten. Nehmt frohen Herzens die notwendigen Opfer auf Euch. Bezeugt Eure treue Liebe zu Jesus, indem Ihr sein Evangelium besonders unter Euren Altergenossen verkündet.“

Die Vorbereitung auf die Zukunft stellt den zweiten Bereich dar, dem der Papst seine Aufmerksamkeit schenkt. Den Verlobten rät er, sich gut auf das Ehe- und Familienleben vorzubereiten und die Zeit der Vorbereitung zu nützen, um die wahre Liebe zu erlernen, „die an erster Stelle weder die eigene Befriedigung noch das eigene Wohlergehen sucht“. Wörtlich schreibt er: „Bittet im gemeinsamen Gebet den Herrn darum, dass er Eure Liebe behüte und vermehre und sie von jeglichem Egoismus reinige. Zögert nicht, dem Ruf des Herrn großherzig zu folgen, denn die christliche Ehe ist eine wahre Berufung in der Kirche.“ Zugleich wendet er sich jenen zu, für die Gott etwas anderes erdacht hat: „Liebe jungen Männer und Frauen, seid gleichermaßen bereit, Ja zu sagen, wenn Gott Euch ruft, ihm auf dem Weg des Priestertums oder des geweihten Lebens nachzufolgen. Euer Vorbild wird vielen anderen Eurer Altersgenossen, die auf der Suche nach dem wahren Glück sind, zur Ermutigung gereichen.“

Benedikt XVI. lädt die Weltjugend dazu ein, bei all ihren Tätigkeiten ein klares Ziel vor Augen zu haben: „Zeugen der Nächstenliebe zu sein“. Neben der Vertiefung der beruflichen Bildung sollten die Jugendlichen deshalb die Bemühung aufbringen, „religiöse Kenntnisse zu erwerben“, um so ihre „Sendung auf verantwortliche Weise verwirklichen zu können“. Und der Bischof von Rom fügt noch hinzu: „Ich lade Euch insbesondere dazu ein, Euch in die Soziallehre der Kirche zu vertiefen, damit ihre Prinzipien Euer Handeln in der Welt inspirieren und erleuchten. Der Heilige Geist mache Euch erfindungsreich in der Nächstenliebe, standhaft in den Aufgaben, die Ihr übernehmt, und kühn in Euren Initiativen, damit Ihr Euren Beitrag für die Errichtung der Zivilisation der Liebe leisten könnt.“

Die Biographien der „wahren Freunde Gottes“, der Heiligen, legt der Papst den jungen Menschen besonders ans Herz. Nach dem Aufruf, sie nachzuahmen, kommt der Heilige Vater zum Schluss seines Schreibens auf die unerlässliche Hilfe Gottes zu sprechen.

„Der Kontakt mit dem Herrn im Gebet lässt uns demütig bleiben und erinnert uns daran, dass wir unnütze Sklaven sind. Vor allem die Eucharistie ist die große Schule der Liebe. Nimmt man regelmäßig und mit Ehrfurcht an der Heiligen Messe teil, verbringt man in Gesellschaft mit dem eucharistischen Jesus lange Pausen der Anbetung, so ist es leichter, die Länge, Breite, Höhe und Tiefe seiner Liebe zu begreifen, die jede Erkenntnis übersteigt.“

Der XXII. Weltjugendtag wird in diesem Jahr unter dem Motto: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13,34) auf diözesaner Ebene begangen. In den meisten Gegenden ist der Palmsonntag (1. April 2007) der dafür vorgesehene Tag.