Benedikt XVI. an die polnische Jugend: "Ein starker Glaube muss Prüfungen standhalten"

Ansprache des Papstes im Krakauer Blonie-Park

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KRAKAU, 29. Mai 2006 (ZENIT.org).- Am Samstagabend forderte Papst Benedikt XVI. rund eine Million junger Menschen dazu auf, sich Jesus Christus vollkommen zu überlassen. Er allein sei der Fels, der die kühnsten Wünsche des Menschen erfüllen könne, bekräftigte er.



"Die Angst vorm Scheitern kann manchmal sogar die schönsten Träume zunichte machen. Sie kann den Willen lähmen und einen unfähig dafür machen zu glauben, dass es wirklich möglich ist, ein Haus auf Fels zu bauen", erklärte der Heilige Vater im Blonie-Park in Krakau (Polen), wo Karol Wojtyla vor seiner Papstwahl am 16. Oktober 1978 jahrelang als Erzbischof gewirkt hatte.

"Fürchtet euch nicht davor, Christus euer Vertrauen zu schenken! Sehnt euch danach, Christus zum Fundament eures Lebens zu machen! Entfacht in euch das Verlangen danach, euer Leben nach ihm auszurichten und für ihn zu leben! Keiner, der sich auf die gekreuzigte Liebe des fleischgewordenen Wortes verlässt, wird jemals verlieren." In diesem Zusammenhang erinnerte Papst Benedikt die Jugendlichen daran, dass es immer auch Schwierigkeiten geben werde.

"Häufig wird Jesus nicht beachtet, lächerlich gemacht und zu einem König vergangener Zeiten erklärt, der heute keinerlei Bedeutung hätte – und morgen ganz gewiss auch keine. Er wird in einen Abstellraum für Fragen und Personen verbannt, über die man in der Öffentlichkeit nicht laut zu sprechen wagt.

Wenn ihr gerade dabei seid, das Haus eures Lebens aufzubauen, und diejenigen antrefft, die die Grundlage, auf der ihr es errichtet, verhöhnen, dann werdet nicht mutlos! Ein starker Glaube muss Prüfungen standhalten. Ein lebendiger Glaube muss stets wachsen."

Benedikt XVI. ermutigte die Jugendlichen dazu, sich nichts von denjenigen vormachen zu lassen, "die Christus gegen die Kirche ausspielen wollen". Christus habe den heiligen Petrus zu jenem "Felsen" gemacht, auf dem er seine Kirche errichtet tatsächlich auch habe.

"Liebe Jugendliche, ihr kennt den Felsen unserer heutigen Zeit gut", fuhr der Heilige Vater fort. "Dementsprechend vergesst nicht: Weder Petrus, der unserem Treffen vom Fenster des Hauses Gottes des Vaters aus zuschaut, noch dieser Petrus, der jetzt vor euch steht, noch jeder kommende Petrus wird euch oder dem Gebäude eines beständigen Hauses, das auf Fels errichtet wurde, jemals entgegenstehen. Er wird euch nämlich sein Herz und seine Hände schenken – um euch zu helfen, euer Leben auf Christus zu gründen und mit ihm zu leben."

Nach dem Jugendtreffen kehrte Benedikt XVI. unter dem Jubel Tausender von Gläubigen, die die Straßen der polnischen Stadt säumten, ins Erzbischöfliche Palais zurück. Einer Tradition Papst Johannes Pauls II. entsprechend, begrüßte er wie schon am Freitagabend vom Balkon des Palais aus jene Jugendlichen, die sich vor dem Gebäude versammelt hatten, um für den Papst zu beten und Gott mit Lob- und Dankliedern die Ehre zu geben.