Benedikt XVI. an slowenische Bischöfe: Der Säkularismus ist die größte Herausforderung

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ROM, 24. Januar 2008 (ZENIT.org).- Beim Empfang der slowenischen Bischöfe zu deren „Ad-limina“-Besuch betonte Papst Benedikt XVI. heute, Donnerstag, die zentrale Bedeutung des christlichen Erbes für Europa. Gleichzeitig verwies er auf den Säkularismus westlicher Prägung als auf eine der größten Herausforderungen für die Kirche: Er sei vielleicht noch heimtückischer als jener kommunistischer Natur und zeige beunruhigende Symptome, wie etwa die Jagd nach dem Materiellem, den Geburtenrückgang oder das Schwinden der religiösen Praxis.



In seiner Ansprache erinnerte der Papst an die Geschichte Sloweniens der letzten Jahre und unter anderem auch an den Hirtenbrief, den die slowenischen Bischöfe anlässlich des EU-Beitritts am 23. April 2004 verfasst hatten. Dieser Hirtenbrief könnte heute „ein wenig zu optimistisch“ klingen, erklärte der Heilige Vater. Er habe darauf abgezielt, die positiven Aspekte zu würdigen, ohne die Probleme und Gefahren zu übersehen. Somit behalte er seinen Wert bei, insofern er zum Ausdruck bringe: „Wenn Europa immer mehr ein Land der Friedens bleiben und werden will und dabei als einen der Grundwerte die Achtung der Würde des Menschen bewahrt, so darf es nicht sein Hauptelement in geistlicher und ethischer Hinsicht verleugnen: das christliche.“

Nicht alle Humanismen seien gleich, hob der Papst hervor. Je nach dem zugrunde liegenden Menschenbild ergäben sich daraus Folgen für das bürgerliche Zusammenleben. „Wenn zum Beispiel der Mensch in einer individualistischen Manier konzipiert wird, wie soll dann die Bemühung für den Aufbau einer gerechten und solidarischen Gemeinschaft gerechtfertigt werden?“

Das Christentum, so der Heilige Vater, ist die Religion der Hoffnung. Dies gelte für jeden Kontinent, auch für Europa, wo viele Intellektuelle noch zögerten, die Tatsache zu akzeptieren, dass „Vernunft und Glauben sich gegenseitig brauchen, um ihre wahre Sendung zu verwirklichen“ (vgl. Spe salvi 23).

Abschließend ermutigte Papst Benedikt die Bischöfe, auf die materialistische und egoistische Kultur mit einer kohärenten Evangelisierung zu antworten, die von den Pfarreien ausgeht.