Benedikt XVI.: Anfeindungen und Schwierigkeiten sind „die Chance zum Zeugnis für Christus“

Die beiden großen Lehren des Protomärtyrers Stephanus

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ROM, 10. Januar 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat dazu aufgerufen, sich von Anfeindungen uns Schwierigkeiten nicht einschüchtern zu lassen, sondern sie wie der heilige Stephanus als Gelegenheit zu betrachten, Christus wirkungsvoll zu bezeugen.



Bei der Generalaudienz, die am Mittwochvormittag in der Audienzhalle Paul VI. stattfand, betrachtete der Heilige Vater die Gestalt dieses großen Märtyrers, dessen Leben und Sterben ein Beweis dafür seien, dass tätige Nächstenliebe und die Verkündigung des Evangeliums Hand in Hand gehen müssten.

„Die Geschichte des Stephanus sagt uns vieles. Zum Beispiel lehrt sie uns, dass man die soziale Bemühung der Caritas nie von der mutigen Verkündigung des Glaubens trennen darf“, erklärte der Heilige Vater. Als einer der sieben Diakone habe sich Stephanus „vor allem um die Liebe zum Nächsten“ gekümmert. Aber es sei ihm und seinen Gefährten unmöglich gewesen, „Nächstenliebe und Verkündigung voneinander zu trennen. So verkündete er mit der Caritas Christus, den Gekreuzigten, bis zum Martyrium. Das ist die erste Lektion, die wir von der Gestalt des heiligen Stephanus lernen können: Liebe und Verkündigung gehen immer zusammen.“

Die zweite große Lehre des Heiligen, dessen Fest jedes Jahr am 26. Dezember begangen wird, besteht nach Worten des Heiligen Vaters darin, „dass das Kreuz im Leben der Kirche und auch in unserem persönlichen Leben immer zentral bleibt“. Niemals würden „Leid und Verfolgung“ fehlen, aber Stephanus zeige durch seine Predigt „vom gekreuzigten und auferstandenen Christus als Mittelpunkt der Geschichte und unseres Lebens“, dass gerade diese Schwierigkeiten „Quelle der Mission“ seien. Diesen Gedanken führte der Papst mit einem berühmten Wort Tertullians weiter aus: „Wir vermehren uns jedes Mal, wenn wir von euch niedergemetzelt werden: Der Same ist das Blut der Christen.“

In ähnlicher Weise werde das Kreuz, „an dem es nie fehlen wird“, auch im persönlichen Leben jedes Menschen „zum Segen“, fuhr Benedikt XVI. fort. „Und indem wir das Kreuz auf uns nehmen und wissen, dass es Segen wird und ist, lernen wird die Freude des Christen auch in schwierigen Momenten.“

Abschließend bat der Heilige Vater den ersten Märtyrer der Kirchengeschichte, dass er uns „zu einem tiefen Verständnis dieser Lehren“ führe und uns lehre, „das Kreuz zu lieben, denn das Kreuz ist der Weg, auf dem Christus immer wieder neu in unsere Mitte kommt“.

Zu den Pilgern aus den deutschsprachigen Ländern gewandt, sagte Benedikt XVI.: „Sankt Stephanus helfe uns, nicht vor Schwierigkeiten zurückzuschrecken, sondern darin die Chance zum Zeugnis für Christus zu sehen.“