Benedikt XVI.: „Auch in unserer Zeit ist es möglich, zum Guten zu erziehen“

Feierliche Übergabe des päpstlichen Schreibens über die Erziehung an Vertreter der Stadt und der Diözese Rom

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ROM, 26. Februar 2008 (ZENIT.org).- Am vergangenen Samstag überreichte Papst Benedikt XVI., Bischof von Rom, auf dem Petersplatz den Familien, Professoren und Erziehern seiner Diözese sein Schreiben „Über die dringende Aufgabe der Erziehung“. Mit diesem Brief hatte sich der Heilige Vater am 21. Januar an die gläubige Gemeinde Roms sowie an die Zivilgesellschaft gewandt, um Perspektiven der Erziehung in der modernen Gesellschaft aufzuzeigen und den „Erziehungsnotstand“ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.



Benedikt XVI. erklärte vor den versammelten Gläubigen, dass das Erziehen niemals einfach gewesen sei und dass es heute immer schwieriger zu werden scheine. Aus diesem Grund mache sich sowohl unter den Eltern als auch unter den Lehrern und allgemein unter den Erziehern die Versuchung breit aufzugeben, so der Heilige Vater. Ja, sie würden sogar Gefahr laufen, nicht einmal mehr zu verstehen, was ihre eigentliche Rolle beziehungsweise die ihnen anvertraute Sendung sei. Zu viele Unsicherheiten, zu viele Zweifel seien in unserer Gesellschaft und Kultur in Umlauf, zu viele verfälschte Bilder würden von den Medien vermittelt werden.

Benedikt XVI. betonte angesichts dieser Situation, dass man einander begegne, weil man sich von einer großen Hoffnung und einem starken Vertrauen getragen fühle. Auch in unserer Zeit „ist es möglich, zum Guten zu erziehen – ein gemeinsames Unterfangen, zu dem jeder berufen ist, seinen Beitrag zu leisten“.

Der Papst forderte die Eltern, Lehrer, Priester, Ordensleute und Katecheten dazu auf, freudig die Verantwortung auf sich zu nehmen, die der Herr ihnen anvertraut habe, damit das große Erbe des Glaubens und der Kultur, der wahre Reichtum der Stadt Rom, beim Übergang von einer zur anderen Generation nicht verloren gehe, sondern sich erneuere und stärker werde, als Führung und Ansporn unseres Wegs hin zur Zukunft.

Der Bischof von Rom rief die Eltern auf, in ihrer gegenseitigen Liebe immer fest zu bleiben und ein konsequentes Lebenszeugnis zu geben. So würden sie dazu beitragen, den Charakter der Jugend zu bilden, und ihnen die Fähigkeit vermitteln, eindeutig zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Die Aufgabe der Lehrer dürfe sich nicht darauf beschränken, Begriffe und Informationen weiterzugeben und dabei die großen Fragen des Lebens außer Acht zu lassen.

Die Priester, Ordensleute und Katecheten bat Papst Benedikt, vertrauenswürdige Freunde zu sein, Menschen, in denen die Jugendlichen mit der Freundschaft Jesu in Berührung kämen. Zudem sollten sie aufrichtige und mutige Zeugen der Wahrheit sein, die frei mache und den neuen Generationen den Weg weise, der zum Leben führt.

„Erziehung ist nicht nur das Werk der Erzieher“, bekräftigte der Papst, als er sich den Jugendlichen zuwendete und sie daran erinnerte, dass sie dazu berufen seien, selbst Baumeister ihres moralischen, kulturellen und geistlichen Wachstums zu sein.

Es sei Aufgabe der Jugend, dieses Erbe weiter zu entfalten und es von den vielen Lügen und Hässlichkeiten zu befreien, die es verschütten wollten, um Misstrauen und Enttäuschung zu säen.

Benedikt XVI. versicherte die Jugend, dass sie auf ihrem schwierigen Weg nie alleine sei. Neben den Eltern, Erziehern, Priestern und Freunden stehe ihnen Gott selbst bei, der ihnen nahe bleibe und der geheime Gast in unseren Herzen sei. „Er ist die wahre Hoffnung und die feste Grundlage unseres Lebens“, so Benedikt XVI. „Vor allem ihm können wir vertrauen.“