Benedikt XVI. begegnet seinen Repräsentanten bei den internationalen Organisationen

Der Heilige Stuhl leistet einen "fundamentalen Beitrag zur Achtung der Menschenrechte und des Gemeinwohls"

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ROM, 21. März 2006 (ZENIT.org).- Die Aufgabe des Heiligen Stuhls im Bereich der internationalen Beziehungen besteht darin, die Person und die Würde des Menschen zu verteidigen. Das betonte Benedikt XVI. am Samstag während einer Audienz für die Leiter im vatikanischen Staatssekretariat und die Repräsentanten des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen.



Vor Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano und seinen Gästen erklärte der Heilige Vater, dass der Heiligen Stuhl auf der Bühne der internationalen Politik wie ein sprechendes Gewissen sei und somit einen "zerbrechlichen und mühevollen Dienst" leiste, der aber durch die "Kraft der Wahrheit" am Leben erhalten werde. Diese scheine auf den ersten Blick zwar schwach zu sein, sei aber dafür verantwortlich, dass dieser Dienst geduldig und mit Ausdauer fortgeführt werden könne. Das Ziel dieser Arbeit sei nichts anderes als die Mitarbeit "am Aufbau einer internationalen Gemeinschaft, die die Würde und die echten Bedürfnisse des Menschen stärker beachtet".

In diesem Sinn, fuhr Benedikt XVI. fort, leiste der Heilige Stuhl einen "fundamentalen Beitrag zur Achtung der Menschenrechte und des Gemeinwohls und damit zu wahrem Frieden und wahrer Gerechtigkeit. Wir stehen vor einem konkreten und einzigartigen Einsatz, der noch wirksamer sein kann, wenn er seine Bemühungen mit den Anstrengungen derer verbindet, die mit aufrichtiger Hingabe an der Sendung der Kirche in der Welt mitarbeiten."

Konkret gelte es, den verschiedenen Formen der Ungerechtigkeit entgegenzutreten. Anfang einer jeden Form von Ungerechtigkeit sei die Missachtung der Wahrheit, so Benedikt XVI.. "Wenn die Wahrheit ignoriert wird, ist der Friede bedroht und die Rechtsstaatlichkeit gefährdet. Und als logische Konsequenz werden dann Ungerechtigkeiten freigesetzt."

Zu den "neuen Gesichtern" der Ungerechtigkeit zählen nach Aussagen des Heiligen Vaters vor allem "das Gesicht des Desinteresses und der Irritationen, das darauf aus ist, die Struktur der Familie, der fundamentalen Keimzelle der Gesellschaft, zu zerstören; oder das Gesicht des Autoritarismus oder der Arroganz, das sogar zur Autorität werden kann, indem es diejenigen zum Schweigen bringt, die keine Stimme haben oder nicht die Kraft besitzen, sich Gehör zu verschaffen – wie es im Fall der heute vielleicht größten aller Ungerechtigkeiten geschieht: dass man sich des beginnenden menschlichen Lebens entledigt.

Um im Kampf gegen diese Ungerechtigkeiten nicht zu erlahmen, erinnerte der Bischof von Rom seine Mitarbeiter und Repräsentanten an einen Satz aus dem Korintherbrief: "Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zu Schanden zu machen" (1 Kor 1,27). Diese Gewissheit – das "Kriterium des göttlichen Wirkens, das auch heute noch in Kraft ist" – möge den Vertretern des Heiligen Stuhls auch in Zeiten des Widerspruchs und der Anfeindung Tost und Zuversicht schenken. "Die Kraft der Wahrheit liegt nämlich in der Wahrheit selbst, nicht in der Anzahl der Zustimmungen, die sie bekommt."