Benedikt XVI. bestärkt deutsche Bischöfe in ihrem Bemühen, Christus furchtlos zu verkünden

Begegnung im Kölner Priesterseminar

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KÖLN, 22. August 2005 (ZENIT.org).- Wenige Stunden vor seiner Rückreise nach Rom ermutigte Papst Benedikt XVI. die deutschen Bischöfe, vereint und zuversichtlich in ihrer Sendung standzuhalten. "Die Jugendlichen, die sich auf die Suche nach einer Fülle des Lebens begeben, führen trotz ihrer Schwächen und Fehler die Hirten dazu, ihre Fragen anzuhören und sich darum zu bemühen, dass die einzig wahre Antwort, nämlich die Antwort Christi, ihnen verständlich wird. Uns obliegt es also, dieses Geschenk, das Gott der Kirche in Deutschland bereitet hat, nutzbar zu machen, indem wir seine Herausforderung annehmen und seine Möglichkeiten auswerten", sagte der Heilige Vater am Sonntagnachmittag bei einer Begegnung mit den Mitgliedern der deutschen Bischofskonferenz im Kölner Priesterseminar.



Auch wenn Verweltlichung und Entchristianisierung unaufhörlich voranschreiteten, der Einfluss der katholischen Ethik und Moral immer geringer werde und vor allem die religiöse Situation im Osten, in den neuen Bundesländern, sehr besorgniserregend sei, "können wir Christus ohne Furcht verkünden und alle auffordern, keine Angst zu haben, ihm ihr Herz zu öffnen, denn wir sind überzeugt, dass er die Fülle des Lebens und des Glücks ist".

Beim Kölner Weltjugendtag hätten sich die Jugendlichen wieder einmal als heilsame Provokation für alle Hirten erwiesen, "weil sie von uns erwarten, dass wir gradlinig, einig und mutig sind." Und Johannes Paul II., der sie "mit seinem liebenswürdigen und starken Beispiel" dazu erzogen habe, "vor dem Mensch gewordenen Gott, dem Sohn der Jungfrau Maria, niederzuknien und in ihm den Erlöser des Menschen zu erkennen, habe "dieses selbe Vorbild (…) auch den Hirten angeboten, um ihrem Dienst unter den nachwachsenden Generationen und in der gesamten Familie der Kirche die Richtung zu weisen."

Angesichts des "dramatisch werdenden Mangels an Priestern und Ordensleuten auch in Deutschland" bat Benedikt XVI. die Bischöfe darum, "mit neuem Schwung eine Berufungspastoral voranzutreiben, welche die Pfarreien, die Erziehungszentren und die Familien erreichen kann", und sich nicht entmutigen zu lassen, sondern vertrauensvoll ihren Einsatz für die christliche Familie fortzusetzen.

Die neuen Gemeinschaften seien bei der Bewältigung dieser Aufgaben ein großer Reichtum, den die Kirche nutzbar machen müsse, damit diese in gegenseitiger Achtung zusammenarbeiten könnten, "um in den jungen Leuten die Freude am Glauben, die Liebe zur Kirche und die Leidenschaft für das Reich Gottes zu wecken".

Wesentliche Voraussetzung für die Erneuerung des Glaubens in Deutschland ist für Benedikt XVI. das Lebenszeugnis: Alle, "die mit den Jugendlichen und für sie arbeiten", müssten persönlich überzeugte Zeugen Christi sein und treu zur Lehre der Kirche stehen. Und dasselbe gelte für die katholische Erziehung und die Katechese: "Ich bin sicher, dass Sie nicht versäumen werden, aufmerksam darauf zu achten, dass für die Aufgaben in Religionsunterricht und Katechese Personen ausgewählt werden, die entsprechend vorbereitet und dem kirchlichen Lehramt treu sind."