Benedikt XVI. bestärkt Kapuziner, ihrer Berufung zu folgen

Audienz für Pater Mauro Jöhri

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ROM, 10. Januar 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat die Mitglieder des Kapuzinerordens dazu ermutigt, ein Leben nach dem Beispiel des heiligen Franziskus zu führen.



„Lebt voller Freude nach dem Charisma des heiligen Franziskus“, bekräftigte der Heilige Vater, als er am 5. Januar den Generalminister des Kapuzinerordens, Pater Mauro Jöhri, im Vatikan empfing. Dem 60 Jahre alten Schweizer Ordensmann war beim letzten Generalkapitel der Kapuziner in Rom im September vergangenen Jahres für sechs Jahre die Ordensleitung anvertraut worden.

Benedikt XVI. machte während der herzlichen Begegnung konkrete Vorschläge zur Verinnerlichung der Ordensspiritualität und zur Vermehrung der Berufungen.

„Bemüht euch, die Armut sowohl geistig als auch materiell zu leben; dann werdet ihr erfahren, dass mehr Berufungen kommen“, erklärte der Papst. „Sie werden zwar nicht so zahlreich sein wie in der Vergangenheit, da auch die Familien selbst kleiner geworden sind, aber ihr werdet sicher mehr Berufungen haben.“

Pater Mauro Jöhri wurde am 1. September 1947 in Bivio im Kanton Graubünden in der Schweiz geboren und trat 1964 in den Kapuzinerorden ein. Nach einem Studienjahr in Sondrio studierte er Theologie am Institut des Ordens in Solothurn (Schweiz).

1972 empfing Jöhri die Priesterweihe und setzte danach seine Theologischen Studien in Fribourg, Tübingen und Luzern fort. In den darauf folgenden Jahren im Kloster „Madonna del Sass“ bei Lugano und arbeitete als Religionslehrer in der Kantonsschule.

Der Ordenspriester wirkte als Vorsitzender der Kommission für die Pastoralplanung der Schweizer Bischofskonferenz, Dozent an der theologischen Fakultät in Chur und Professor an der theologischen Fakultät in Lugano. 1989 wurde er zum Oberen der Kapuzinerregion Italienische Schweiz gewählt und 1995 zum Provinzial der Schweizer Ordensprovinz. In dieser Eigenschaft war er auch Vorsitzender der Union der Ordensoberen der Schweiz.

Nach seiner Amtzeit als Provinzial setzte er sein Studium am „Institut de formation humaine intégrale“ in Montreal (Kanada) fort. Im Jahr 2005 wurde er erneut zum Provinzial der Schweizer Kapuzinerprovinz gewählt. Bereits 2004 hatte ihn der Generalrat der Kapuziner als Mitglied in die Kommission für die Überarbeitung der Konstitution und der Statuten des Ordens berufen.

Der Kapuzinerorden zählt heute rund 11.000 Mitglieder in 101 Ländern. Vor allem in Indien und Indonesien ist der Orden immer stärker präsent. In Mittel- und Nordeuropa geht die Zahl der Mitglieder nach offiziellen Angaben zwar zurück, doch dies werde durch die zunehmende Vitalität der polnischen Ordensprovinz und die gleich bleibenden Zahlen in Italien ausgeglichen.