Benedikt XVI. besucht die römische Pfarrei „Santo Volto di Gesù“

Lasst die Liebe zu Jesus euren Alltag bestimmen!

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ROM, 30. März 2009 (ZENIT.org).- Der Bischof von Rom, Papst Benedikt XVI., besuchte gestern, Sonntag, die Pfarrgemeinde vom Heiligen Antlitz Jesu im römischen Stadtviertel Magliana. Die ursprünglich dem heiligen Maximilian Kolbe geweihte Pfarrei beging den dritten Jahrestag der Weihe ihrer Kirche.



In seiner Predigt nahm der Papst auf die Lesungen des fünften Fastensonntags Bezug und erinnerte die Gläubigen daran, dass das Gleichnis vom Weizenkorn, das stirbt, um Frucht zu bringen, für den Christen keine Alternative zulasse, um seine Berufung zu verwirklichen. Dieses Gesetz des Kreuzes bringe die radikale Ganzheit zum Ausdruck, die das Wesen dessen ausmache, der Jesus nachfolge und sich dem Dienst am Nächsten widme. Besonders in Zeiten der Krise sei es notwendig, den Erwartungen der Ärmsten zu entsprechen. Der Heilige Vater appellierte in diesem Zusammenhang an die jungen Menschen, sich von der Faszination Christi ergreifen zu lassen; die unendliche Liebe Christi sollte für jeden Gläubigen etwas Alltägliches werden.

Das Evangelium vom Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, berichte eine Geschichte, die sich im letzten Abschnitt des öffentlichen Lebens Jesu zugetragen habe, als zum Judentum bekehrte Griechen Jesus hätten sehen wollen. Ihr Ansinnen, Christus zu sehen, lasse den Durst erkennen, der im Herzen jedes Menschen schlummere, den Wunsch, Christus zu sehen und ihn kennen zu lernen.
 
Die Stunde der Verherrlichung des Menschensohns sei gekommen, so erklärte der Papst. Diese Stunde aber bringe den schmerzhaften Weg durch die Passion und den Tod am Kreuz mit sich: „Nurn auf diese Weise wird der göttliche Heilsplan Wirklichkeit werden, der für alle ist, für Juden und Griechen, für Juden und Heiden.“
 
Durch diesen Text der Liturgie rege die Kirche gleichsam dazu an, den Gemütszustand Jesu nachzuvollziehen und sich so darauf vorzubereiten, um das Geheimnis seiner Kreuzigung, seines Todes und seiner Auferstehung nicht als unbeteiligte Zuschauer von außen mitzuverfolgen, sondern als Protagonisten, die in sein Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung eingeschlossen sind, neu zu erleben.
 
Die Sendung des Christen besteht bnach Worten Benedikts XVI. darin, wie Christus Weizenkorn zu sein, das in die Erde fällt und stirbt, um Frucht zu bringen. Jesus habe sterben und begraben werden müssen, um den göttlichen Plan des universalen Heils zur Erfüllung zu bringen. Nur so sei die ganze menschliche Wirklichkeit angenommen worden: „In seinem Tod und in seiner Auferstehung muss der Triumph des Lebens offenbar werden, da dieser der Triumph seiner Liebe war.“
 
Jesus habe sich dabei ganz dem Willen Gottes ergeben. Er verwandle seinen menschlichen Willen und mache ihn mit dem göttlichen Willen gleichförmig. „Das ist der große Prozess des Ölbergs, der Prozess, der sich im Grunde in jedem unserer Gebete verwirklichen sollte: unseren egoistischen Willen verwandeln, verwandeln lassen, ihn öffnen, damit er in den göttlichen Willen verwandelt wird.“ Genau darin bestehe der anspruchsvolle Weg des Kreuzes, den Jesus allen seinen Jüngern weise.

„Es gibt keine Alternative für den Christen, der seine Berufung verwirklichen möchte. Dies ist das ‚Gesetz’ des Kreuzes, das mit dem Bild des Weizenkorns, das stirbt, um neues Leben aufkeimen zu lassen, auf den Pulkt gebracht wird; dies ist die Logik des Kreuzes, die das heutige Evangelium in Erinnerung ruft: ‚Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben’.“.
 
Benedikt XVI. wandte sich anschließend direkt an die Gemeindemitglieder der jungen Pfarrei „Santo Volto di Gesù“. Der Bischof von Rom brachte ihnen gegenüber seine Wertschätzung für die verschiedenen Aktivitäten der Pfarrei im Bereich der Liturgie, der Katechese und der Vorbereitung auf die Sakramente zum Ausdruck. Außerdem lobte er die Gastfreundschaft der Pfarrei: „Ich freue mich mit euch, weil eure Pfarrei offen und aufnahmebreit ist, beseelt und lebendig gemacht von einer aufrichtigen Lieben zu Gott und zu allen Brüdern und Schwerstern in Nachahmung des heiligen Maximilian Kolbe, auf den sie ursprünglich geweiht war. In Auschwitz, wie ihr wißt, opferte er sich selbst, um das Leben eines anderen zu retten. In dieser unserer Zeit, die von einer allgemeinen sozialen und wirtschaftlichen Krise gezeichnet ist, ist die Anstrengung sehr verdienstvoll, die ihr vor allem über die Caritas der Pfarrei und die Gruppe Sant’Egidio unternehmt, um den Erwartungen der Ärmsten und Bedürftigsten, so weit dies möglich ist, entgegenzukommen.“
 
Die Jugendlichen rief der Papst dazu auf, sich von der „Faszination Christi“ ergreifen zu lassen und auch auf eine Berufung zum Priester- und Ordensleben zu hören. Insbesondere die jungen Menschen lud Benedikt XVI. zum Gedenkgottesdienst anlässlich des vierten Todestags von Papst Johannes Paul II. ein, der am Donnerstag in die Petersbasilika gefeiert werden wird. Die heilige Messe um 19.00 Uhr will auch auf den Weltjugendtag vorbereiten, der in diesem Jahr auf diözesaner Ebene begangen wird. In der Diözese Rom wird der Weltjugendtag am Palmsonntag gefeiert.