Benedikt XVI. besuchte polnischen Soldatenfriedhof von Montecassino

Der Friede ist der kostbarste Schatz

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CASSINO, 25. Mai 2009 (ZENIT.org).- Zum Abschluss seiner eintägigen Pastoralreise nach Montecassino besuchte Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, privat den dort gelegenen polnischen Soldatenfriedhof. Dort haben jene Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden, die während der dramatischen Schlacht gegen die deutsche Wehrmacht um die Hochebene von Montecassino im Mia 1944 gefallen sind.



In Cassino und Umgebung gibt es fünf Soldatenfriedhöfe. Errichtet wurden sie für britische, französische, italienische, deutsche und polnische Soldaten. Im polnischen Friedhof sind 1.052 Leichname bestattet, zusammen mit den sterblichen Überresten von General Wladyslaw Anders und des damaligen Militärkaplans und späteren Erzbischofs Jozef Gawlina, die beide 1970 verstorben sind.

Das Heer unter dem Kommando von General Wladyslaw Anders hatte den alliierten Truppen den Weg zur Befreiung Italiens von den deutschen Invasoren frei gemacht. Den polnischen Soldaten war es gelungen, die Ruinen der Abtei von Montecassino zu erobern, von der aus die deutschen Soldaten die „Gustav-Linie“ kontrollierten, eine 230 Kilometer lange Barriere, die die italienische Halbinsel in zwei Teile schnitt. Die Gustav-Linie verlief von der Mündung des Garigliano ins Thyrrenische Meer flussaufwärts über den Montecassino bis ins Quellgebiet des Rapido in nahezu 2.000 Metern Höhe, um sich dann über Roccaraso und den Kamm des Apennin nach Casoli hinzuziehen und an der Adria zwischen Ortona und Vasto zu enden.

Die „Schlacht um Montecassino“ (17. Januar bis 18. Mai 1944) war mit vier Monaten Dauer eine der längsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, mit schweren Verlusten auf beiden Seiten, wenn man die Zahl der kämpfenden Soldaten in Betracht zieht. Die Schlacht wird wegen der vielen unter den Alliierten kämpfenden Nationalitäten auch als die „Vielvölkerschlacht“ des Zweiten Weltkriegs bezeichnet.

In der Mitte des Friedhof-Hauptplatzes wurde das 16 Meter hohe Kreuz „Virtuti Militari“ errichtet, an dem ein ewiges Licht brennt.

Der Besuch Benedikts XVI. fällt gerade in jene Zeit, während der des 65. Jahrestages der Schlacht von Montecassino gedacht wird. Nachdem der Heilige Vater eine Votivlampe angezündet hatte, betete er ein Gebet, in dem er Gott darum bat, allen Menschen, die „noch immer aufgrund von Bruderkriegen leiden“ müssten, „den Mut zu täglichen Handlungen des Friedens“ und „das wirksame Vertrauen in die Zivilisation der Liebe“ zu schenken.

Abschließend rief er auch die Hilfe Gottes an, damit es für die Menschen einsichtig werde, dass „der Friede kostbarer ist als jeder vergängliche Schatz und dass alle gemeinsam unermüdlich dafür arbeiten, den neuen Generationen eine Welt zu bereiten, in der Gerechtigkeit und Friede herrscht“.