Benedikt XVI. betet im Januar für Afrika und das Werk der Versöhnung

Staatspräsident von Benin würdigt Beitrag der Kirche für positive Entwicklung des Landes

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ROM, 15. Januar 2008 (ZENIT.org).- Der Präsident von Benin, Yayi Bon, würdigte am Samstag beim Treffen mit Papst Benedikt XVI. im Vatikan den positiven Beitrag der Kirche bei der Entwicklung des westafrikanischen Landes. Im Mittelpunkt der 15-minütigen Unterredung stand nach Angaben des Heiligen Stuhls die schwierige sozioökonomische Situation Benins, die sich durch die Flutkatastrophe im Oktober des vergangenen Jahres verschärft hat.



Die Situation der Länder Afrikas steht auch im Mittelpunkt der missionarischen Gebetsmeinung des Heiligen Vaters für das Weltgebetsapostolat im Monat Januar: Zusammen mit Tausenden von Gläubigen betet der Papst darum, „dass sich die Kirche in Afrika, die sich auf die Feier ihrer zweiten Sonderversammlung der Bischofssynode vorbereitet, weiterhin Zeichen und Instrument der Versöhnung und der Gerechtigkeit ist – auf einem Kontinent, der weiterhin von Kriegen, Ausbeutung und Armut gekennzeichnet ist“.

Beim Besuch des Päpstlichen Rates Cor Unum, der den weltweiten Einsatz der verschiedenen katholisch geprägten Entwicklungshilfsorganisationen koordiniert, hob Präsident Bon besonders den Beitrag der Kirche in den Bereichen Erziehung, Gesundheit und humanitäre Förderung hervor. In Benin leben acht Millionen Menschen. 42 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Christen.

Anfang Januar forderte Papst Benedikt die Gläubigen in aller Welt dazu auf, für die Vertriebenen im Sudan und die dramatische Lage in Kenia zu beten. Außerdem appellierte er, den Friedensprozess in der Demokratischen Republik Kongo nicht zu behindern und der Gewalt in Somalia ein Ende zu bereiten: „Ich rufe die Konfliktparteien dazu auf, die Kampfhandlungen einzustellen, den Transport der humanitären Hilfe zu erleichtern und die Zivilbevölkerung zu respektieren.“.

Mit Blick auf die südsudanesische Krisenregion Darfur erklärte der Bischof von Rom am 7. Januar vor den Mitgliedern des beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Corps: „Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass die gemeinsame Aktion der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union, deren Mission gerade begonnen hat, der schwer getroffenen Bevölkerung Hilfe und Entlastung bringt.“

Am 9. Januar ersuchten die USA die Vereinten Nationen um Sanktionen gegen den Sudan. Anlass war der „nicht akzeptierbaren Angriff“, den sudanesische Soldaten am 7. Januar auf die Truppen der gemischten Friedensmission verübten, die ihre Tätigkeit am 1. Januar aufgenommen hatte. Bei dem Angriff wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur „Fides“ der Kongregation für die Evangelisierung der Völker ein sudanesischer Fahrer der Friedenseinheiten verletzt.

Mit den gegenwärtigen Herausforderungen des afrikanischen Kontinents werden sich die Hirten der afrikanischen Ortskirchen bei ihrer zweiten Bischofsynode befassen, die für 2009 angesetzt ist. Entsprechende Lineamenta sind bereits veröffentlicht worden. Das Thema der Synode lautet: „Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden. Ihr seid das Salz der Erde (...), ihr seid das Licht der Welt (Mt 5,13.14)“. Die Lineamenta betonen unter anderem, dass der Kirche die entscheidende Aufgabe zukommt, ihre spirituellen Ressourcen für die Förderung der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens in Afrika einzusetzen. Alle Gläubigen und im Letzten alle Menschen seien dazu berufen, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein (ZENIT berichtete). Die erste Afrika-Synode fand 1994 zum Thema Evangelisierung statt.

„Die Synode in Afrika wird geprägt sein von der großen Vielfalt und Lebenskraft der Kirche in Afrika“, erläuterte P. Leo Leeb SVD in einem Kommentar zur missionarischen Gebetsmeinung des Papstes. „Trotz materieller Armut und sozialer Probleme ist Afrika ein schöner und reicher Kontinent, und die Kirche zeigt hier bemerkenswerte Entwicklungen. Es gibt afrikanische christliche Musik, afrikanische Liturgien, einheimische Theologien, und es gibt viel Hoffnung für die Zukunft. Die Kirche ist ein Hoffnungsträger in Afrika, und Afrika ist auch ein Hoffnungsträger für die Weltkirche.“

Dies unterstrich Benedikt XVI. beim diesjährigen Neujahrstreffen für die Diplomaten mit folgenden Worten: „Die katholische Kirche steht den Schmerzensrufen dieser Region nicht gleichgültig gegenüber. Sie macht sich die Bitte der Flüchtlinge und Vertriebenen um Hilfe zu Eigen, und sie setzt sich für die Förderung von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden ein.“

Von Angela Reddemann und Dominik Hartig